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Leslie Runde
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Serie [Drama, Thriller, Wirtschaftskrimi]

Startup

Skyline mit Schriftzug "Startup"

Amazon Prime Video, Netflix
Drama, Thriller, Wirtschaftskrimi

Facebook, Twitter, Instagram - Bitcoin, Dogecoin, Ether. 

Die Präsenz von Kryptowährung im Web ist mittlerweile beinahe so selbstverständlich wie die von Social Media. Immer mehr Leute arbeiten sich intensiv in das Prinzip von Wirtschafts- und Finanz-Kursen ein, um durch virtuelle Währungen zu Geld zu gelangen. Gerade von außen erscheint dieses Thema oft fragwürdig und extrem kompliziert. Das macht es schwer, ein echtes Verständnis dafür zu entwickeln. Heute geht es um eine Serie, in der sich alles um genau diese Welt dreht: um das Dark Web, freie Währungen und jede Menge Hackercodes.

Vom Leben in einer Finanzmetropole

Eine junge, ehrgeiziger Programmiererin trifft auf einen verstockten Investor aus der Oberschicht. Gleichzeitig wird ein Gang-Oberhaupt in einem haitianischen Ghetto auf die Geschäfte aufmerksam und zieht damit das Interesse eines verbissenen, aber erfolglosen FBI-Agenten auf sich. Mit vier zentralen Charakteren und vier unterschiedlichen Ansätzen beweist Startup vor allem ein unheimlich gutes Fingerspitzengefühl für vielschichtige Charaktere und spannende, zwischenmenschliche Dramen. 

Aber Startup erzählt nicht nur die Geschichten verschiedenster Menschen, sondern vor allem die Geschichte einer Stadt: Miami. Zwischen blanken Hochhäusern und traumhaften Stränden spielt sich das Leben mehrerer Gruppen ab, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die vier Protagonisten stammen aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten - doch durch eine Reihe von Zufällen überschneidet sich ihr Leben in einem zentralen Punkt: dem Interesse an Kryptowährung. 

Was als Startup-Geschichte betitelt wird, vermengt sich schnell mit einem Drogenkrieg im Ghetto, politischen Intrigen und Korruption. Geschickt lässt die Serie seine Protagonisten aufeinander treffen und erklärt dabei ganz nebenbei, warum Kryptowährung ein so umfassendes und allgegenwärtiges Thema ist: denn es geht jeden etwas an, der die Chance auf Profit darin sieht und nutzt.

Zu schnell auserzählt?

Wo Staffel 1 noch souveräne Schritte macht und eine stetig weiter eskalierende, raffiniert verstrickte Story aufbaut, kann Staffel 2 gut anknüpfen. Wir treffen die alten Charaktere wieder und folgen ihnen immer tiefer in das Labyrinth einer korrupten Stadt. Spätestens ab Staffel 3 ist aber spürbar, dass sich die Geschichte zunehmend auserzählt hat. Zwar stößt mit Ron Perlman ("American Gods") ein prominenter Schauspieler zum Cast dazu, man wird dennoch das Gefühl nicht los, dass die Serie sich gegen Ende zunehmend im Kreis dreht. Immer wieder stürzen sich die Charaktere in neue Projekte, die irgendwie mit dem Internet und Kryptowährungen zu tun haben. Der Informationsgehalt wird dabei jedoch von Staffel zu Staffel flacher. Wo in den ersten Folgen noch fesselnde Einblicke in eine virtuelle Welt geboten wurden, lässt einen die spätere Handlung eher im Dunkeln und fokussiert sich mehr auf die emotionalen Dramen. Auf Staffel 4 warten die Fans nun schon seit mehreren Jahren, doch bisher gibt es keine Neuigkeiten zu einer möglichen Fortsetzung.

Eine Serie unter dem Radar

Trotz toller Bilder, innovativer Drehweise und großartigen Schauspielern bleibt Startup erfoglsmäßig bisher hinter seinen Mitbewerbern zurück. Dabei gibt es in diesem Genre weder viele andere Angebote, noch kann sich Startup über eine geringe Reichweite beklagen - immerhin ist sie nun nach mehreren Jahren auf Amazon Prime Video auch noch zusätzlich auf Netflix erhältlich. Die Serie ist und bleibt ein Geheimtipp, der eventuell auch einigen Binge-Profis durch die Lappen gegangen ist.

Fazit:  Eingeschränkte Binge-Empfehlung. Die ersten Staffeln lohnen sich auf jeden Fall, gegen Ende verliert die Serie aber leider etwas ihren Schwung.