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So geht die Kurzvideo-App

Triller - die TikTok-Alternative der Stars

Frau mit Smartphone

14. Dezember 2020

  • Die amerikanische Kurzvideo-App Triller ist schon seit 2015 online.
  • 100 Millionen aktive Nutzer verzeichnet Triller weltweit, eine viertel Milliarde Menschen haben die App runtergeladen.
  • Fußballstar Neymar ist einer der zahllosen Stars, die in den letzten Monaten von TikTok zu Triller gewechselt sind.

 

Ein TikTok-Pendant namens Triller

Kurze, unterhaltsame Videos meist mit bekannten Musiktiteln unterlegt, aber auch Streiche und Challenges - das ist der Stoff, der TikTok seit wenigen Jahren zu einem Riesenerfolg verholfen hat. Besonders für junge Leute gehört die gerade wegen ihr Herkunft aus China auch viel diskutierte App zur Smartphone-Routine wie Instagram und Snapchat. Meist im Schatten der unglaublichen Erfolgsgeschichte von TikTok - 800 Millionen Nutzer weltweit, 100 Millionen Nutzer in Europa und das innerhalb von nur vier Jahren - existiert mit Triller eine amerikanische App-Alternative. Sie besitzt einen ähnlichen inhaltlichen Fokus, funktioniert ganz ähnlich, kann aber trotz einer längeren Historie nicht ansatzweise so viele Nutzer begeistern wie TikTok - doch das hat sich in den letzten Monaten geändert, zumindest ein bisschen.

Wie alles begann

Die Geschichte der App Triller beginnt schon 2015 - ein Jahr vor der Geburtsstunde von TikTok. Da stellen die Mobilentwickler David Leibemann und Sammy Rubin sowie der Musikvideoregisseur Colin Tilley eine App vor, die zunächst nur als Videobearbeitungstool funktioniert. Das Besondere an ihr: Per künstlicher Intelligenz synchronisiert sie automatisch die hochgeladenen Videoclips der Nutzer mit der ausgewählten Musik. Zusätzlich stehen auch noch unterschiedliche Filter zur Verfügung. So konnten bzw. können die Nutzer ihre eigenen, kleinen Musikvideos produzieren. Eine Idee, die ankommt: „Mit mehr als 33 Millionen erstellten Musikvideos insgesamt und 1 Million erstellten Videos an nur einem Tag wurde Triller zu einem kulturellen Phänomen,“ heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Gründungsjahr, die Triller als die schnellst wachsende Musikvideoapp weltweit beschreibt.

Vom Tool zum Netzwerk

In den Folgejahren wurde die App dann sukzessive ausgebaut. Triller entwickelte sich von einem Produktionsplatz für Videos, zunehmend auch zu einem Platz, um Videos zu zeigen und zu teilen. Den Anfang machte der 2016 neu geschaffenen Bereich „Famous“. Hierfür wurden einzelne Videos ausgesucht und der Triller-Community vorgestellt. Diese konnten die Videos kommentieren und auch weiter teilen. Die App wurde so immer mehr zu einem Social Network umgewandelt. Heute versteht sich Triller als „Unterhaltungsplattform für kreative Köpfe, in der du der Welt zeigen kannst, wer du bist, indem du tolle Videos aufnimmst und sie in Sekundenschnelle mit anderen teilst.“

Rückenwind durch Datenschutz-Problem bei TikTok

Trotz der längeren Geschichte konnte sich Triller weltweit nie so richtig durchsetzen. TikTok zog in den Nutzerzahlen nahezu mühelos am amerikanischen Konkurrenten vorbei, allerdings bekamen die Amerikaner dieses Jahr Auftrieb. Grund waren die Daten- und Jugendschutz-Probleme von TikTok. In Indien wurde die App Mitte des Jahres - wie auch verschiedene, andere chinesische Apps - komplett gesperrt.  Daraufhin erklomm Triller in den Monaten Juni und Juli Platz 1 der indischen Downloadcharts und verwies sogar Instagram und YouTube auf die Plätze. Auch in 85 weiteren Ländern kletterte Triller im Sommer auf Platz 1 der AppStores. Eine ähnliche Entwicklung auch in den USA: Das von US-Präsident Donald Trump angedrohte Verbot TikTok`s sorgte für einen kräftigen Wachstumsschub bei Triller.

Die Star-Karawane zieht weiter

Justin Bieber, Selena Gomez und Rita Ora waren die ersten Musiker, die Triller schon in den Anfangsjahren nutzten. Seither wird die Plattform zunehmend auch von prominenten „Nicht-Musikern“ genutzt. Einer der neuesten Namen ist der des brasilianischen Fußballspielers Neymar. Er wurde von Triller exklusiv verpflichtet und will nun - möglichst mit seinen rund acht Millionen TikTok-Followern - zu Triller wechseln: „Ich bin stolz, ankündigen zu können, dass ich der Triller-Familie beitrete und Tiktok für immer verlasse,“ erklärte der Fußballer unlängst und warb direkt: "Trillers Vielfalt, seine Grafik und sein Einfluss auf die Kultur sind beispiellos.“ Er ist damit nicht allein, auch Namen wie Josh Richards, Griffin Johnson und TikTok`s Nr. 1 Charli D`Amelio sind inzwischen auf Triller aktiv. Zwischen TikTok und Triller ist ein wahrer Kampf um die Top-Creators - so heißen die Influencer auf TikTok - entbrannt. Welche Ausmaße dieser Streit hat, zeigt diese Zahl: 200 Millionen Dollar soll TikTok bereit gestellt haben, um die Top-Namen auf seiner Plattform zu halten bzw. neue Prominenz zu gewinnen.

TikTok - ein Triller-Klon oder umgekehrt?

Wer TikTok kennt, weiß wie Triller funktioniert. Die Apps ähneln sich tatsächlich in Funktion, Aufbau und Design fast wie ein Ei dem anderen. Allerdings hilft Triller dem Nutzer stärker bei der Produktion. Viele Arbeitsschritte lassen sich automatisieren gerade z.B. wenn verschiedene Clips zusammengeschnitten werden sollen. Datenhungrig ist aber auch Triller: Persönliche Daten werden hier ebenfalls gespeichert, um die User Experience zu verbessern und auch Triller behält sich vor, die gespeicherten Daten mit Dritten zu Werbezwecken zu teilen. Wer sich hier weiter informieren möchte, findet diese Infos in den Datenschutzbedingungen (auf Englisch) und in den FAQ`s.


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