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Ein Kind und ein Smartphone – Tipps für den Umgang mit dem Handy

Kinder am Smartphone
Foto: CC0/Pixabay

Da glänzten die Augen des kleinen Nachwuchs’ – unter dem Weihnachtsbaum lag das so dringlich gewünschte kleine Kästchen mit dem Objekt der Kommunikationsbegierde – das erste Smartphone. Doch kaum war der Akku voll und das Gerät funktionstüchtig, begannen die Probleme bzw. die kleinen Familien-Streitereien.

Wenige Wochen später sind so manchen Eltern schon komplett genervt von den ständigen Quengeleien. Gerade die Nutzungsdauer ist dabei eines der meist diskutierten Themen – wie eine repräsentative Umfrage der Agentur YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab: Rund zwei Drittel der befragten Erwachsenen sagten, Kinder und Jugendliche seien viel zu lange (42%) bzw. zu lang (24%) am Handy.

Aber auch die Nutzungszeiten oder der Umgang mit Apps sind „beliebte“ Diskussionsfelder. Hier helfen nur klare Regeln. Wir haben ein paar Tipps und Links zusammengestellt, wie das Smartphone nicht gleich zum Dauerstreitfall für die Familie wird.

Nutzungszeit begrenzen

Eine der Kernempfehlung aller Experten – die Nutzungszeit des Smartphones sollte gerade am Anfang begrenzt werden. Dabei sind für die 7- bis 8-Jährigen nicht mehr als 30 Minuten angezeigt – und diese Zeit am besten auch nur mit dem Smartphone der Eltern – bei den 9- bis 10-Jährigen liegt die empfohlene Nutzungsdauer bei höchstens 60 Minuten.

Zudem sollten auch gleich handyfreie Zeitzonen vereinbart werden. Während des Essens oder bei Besuchen wie Familienfeiern sind klassische Beispiele für No-Handy-Bereiche. Bei Bedarf kann zur Klärung auch ein Mediennutzungsvertrag geschlossen werden – hier kann er online zusammen mit den Kindern aufgesetzt werden.

Vorbilder sein

Genauso wichtig wie die eindeutigen Nutzungszeiten wiegt der vorbildliche Umgang der Eltern mit dem Smartphone. Denn zum einen schauen die Kinder natürlich genau darauf, wie die Eltern mit dem Smartphone umgehen.

Christian Montag, Professor für Molekular-Psychologie an der Universität Ulm fordert deswegen im Interview mit Spiegel online, auch „Eltern müssen ihr Nutzungsverhalten strukturieren“. Zum anderen geht auch der Kontakt zu den Kindern verloren, wenn Eltern z.B. auf dem Spielplatz oder generell im Beisein ihrer Kinder ständig aufs Smartphone starren

Transparenz

Genauso wie die Nutzungszeiten sollten auch die Kosten besprochen werden. Prepaid-Karten oder Laufzeitverträge mit Kostenbegrenzung („Kosten-Airbag“) sind Optionen, um hier den Nachwuchs auch direkt mit in die Verantwortung zu nehmen.

In dem Zusammenhang sollten gleich auch versteckte Kostenfallen bei z.B. Klingeltönen, Spielen oder In-App-Käufen thematisiert werden. Um die Übersicht gerade zu Beginn der Handynutzung nicht zu verlieren, hilft ein Einnahmen- und Ausgabenplan, der zusammen mit den Kindern geführt wird.

Handy sichern

Neben der Transparenz können böse Kostenüberraschungen aber auch durch entsprechende Kindersicherungen der Smartphones verhindert werden. Vieles kann dabei schon über die Einstellungen kindgerecht reguliert werden. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“  - eine Kooperation des Bundes-Familienministerium zusammen u.a. mit ARD und ZDF - hat hierzu einen Leitfaden formuliert, wie die Sicherheitseinstellungen für Kinder bei Android-Smartphones bzw. bei iPhones aktiviert werden.

Eine umfassende und leichtere Sicherung des Handys können Eltern aber auch über Kindersicherungs-Apps erwirken. So kann von einer Stelle zentral alles eingestellt werden wie beispielsweise Zeitlimits, Blockierung unangemessener Inhalte, Steuerung von Spielen und Apps sowie die Kontrolle über die sozialen Medien. Die Online-Seite mobilsicher.de hat acht kostenlose wie kostenpflichtige Apps getestet und erklärt auch ihre Funktionsweise.

Apps und persönliche Sicherheit

Apps sind gerade zu Beginn der „kindlichen Smartphone-Karriere“ Elternsache. Sie sollten die Auswahl treffen. Wer sich dabei unsicher ist, findet Unterstützung beim Deutschen Jugendinstitut mit der „Datenbank: Apps für Kinder“ oder auf klick-tipp.net. Hier sind zahllose, getestete und für kindgerecht befundene Apps aufgelistet.

Parallel sollten Eltern aber auch das Thema Privatsphäre und die Weitergabe eigener Daten mit ihren Kindern offen ansprechen. Frühestmöglich kann so eine Sensibilität und Eigenverantwortung für das Thema Datensicherheit geweckt werden.

Das Einstiegsalter?

„Ein eigenes Smartphone eignet sich für Kinder zwischen elf und zwölf Jahren, wenn sie schon genug Erfahrung und Reife besitzen, mit den vielen Funktionen verantwortungsvoll umzugehen,“ so die Einschätzung von „Schau hin“. Sie liegen damit im Schnitt der meisten Expertenempfehlungen.

Allerdings ist es auch eine Frage der jeweiligen kindlichen Entwicklung. Wer unsicher ist, „klicksafe“ – eine Initiative der EU für mehr Sicherheit im Netz – hat eine Checkliste (als PDF-Dokument) formuliert, um die Smartphone-Fähigkeit des Kindes zu hinterfragen.

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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

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