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TikTok

TikTok – per App zum Internet-Star!

Startbildschirm TikTok

Smartphone richtig hinstellen, Kamera an und schon kann es beginnen – das muntere Playback-Mittanzen, das lippensynchrone Mitsingen, das Turnen oder anderweitiges Performen. Nach 15 Sekunden war früher Schluss – jetzt sind bis zu fünf Minuten möglich.

Anschließend wird das Ergebnis kurz bearbeitet, mit Filtern, Zeitraffern oder - wer mag - auch mit Emojis und Stickern und dann „raus damit in die Welt“. Die Videos werden besonders von Teenies auf TikTok gepostet – der Social Media Plattform, die in Zukunft vielleicht mal Instagram und Co. das Fürchten lehren kann. Die zugehörige App verzeichnet rund 500 Millionen Nutzer monatlich.

Im Oktober 2018 war sie weltweit die am häufigsten heruntergeladene App bei Apple und Google und schob sich vor Facebook, YouTube und Instagram. Insgesamt konnte sie im dritten Quartal ein Wachstum von unglaublichen 440 Prozent aufweisen. Wir schauen auf diese App, die Möglichkeiten und ihre Millionen jungen Nutzer...

Es war einmal...

... eine App namens Musical.ly. Die App eroberte ab 2014 besonders die Smartphones junger Nutzer. Die User konnten dort 15-sekündige Videoclips aufnehmen und veröffentlichen, in denen sie die Songs ihrer Stars lippensynchron nachsangen. 200 Millionen Nutzer hatte diese App zu ihren Hoch-Zeiten. 2017 wurde sie vom chinesischen Konzern Bytedance gekauft – Kostenpunkt: Rund eine Milliarde Dollar. „Musical.ly und TikTok teilen die gleiche Mission. Deshalb ist es ein logischer Schritt, aus zwei Plattformen eine zu machen“, sagte Alex Zhu, einer der chinesischen Mitgründer.

Das merkten die vielen Musically-Nutzer Anfang August 2018: Über Nacht hieß ihre App plötzlich TikTok, Musical.ly war einfach weg. Dafür gab es neue Funktionen und die Videos durften jetzt bis zu fünf Minuten lang sein. Auf welt.de hieß es: „Mit dem neuen Namen versucht Bytedance sich rechtzeitig vom Trash-Musik-Image der Tanz-App Musical.ly zu trennen. Die Schwester-App TikTok ist breiter aufgestellt, dort veröffentlichen die meist jugendlichen Nutzer nicht nur Musikvideos, sondern auch Comedyclips, Pranks, Minitutorials und Memes.“

Sie waren jung und...

... wurden mit Musical.ly weltberühmt - Lena und Lisa, Zwillingsgeschwister aus Reutlingen. Die beiden inzwischen 16-Jährigen hatten sich schon über Musical.ly eine riesige Fangemeinde aufgebaut. Inzwischen folgen den beiden auf TikTok 32 Millionen Fans, weitere 14 Millionen kommen auf Instagram dazu. Was das bedeutet, zeigte sich die Tage in Reutlingen. Dort standen 3.000 begeisterte Fans bei eisigen Temperaturen stundenlang an, um ihre Stars zu sehen und ein Autogramm zu bekommen – eine 14-Jährige bekannte: „Ich bin so aufgeregt, ich will unbedingt, dass Lena und Lisa auf meinen Schuhen unterschreiben.“

Die Fangemeinde ist dabei, ebenso wie die Nutzer der App, sehr jung. Laut der 2018‘er-JIM-Studie – eine Untersuchung der Mediengewohnheiten von zwölf- bis 19-Jährigen -  ist jeder sechste der zwölf- bis 13-Jährigen regelmäßig auf TikTok. Sie freuen sich darüber, ihre Stars nachzuahmen, selbst einige Sekunden Online-Ruhm einzuheimsen oder an den zahlreichen Challenges teilzunehmen.

Wer ist der Beste im...

...Online-Land? Das Thema Challenge – Herausforderung – hat natürlich auch TikTok erreicht. In den zahllosen,unterschiedlichen Online-Wettstreits mit Namen wie „Lip Challenge“, „Shoe Change Challenge“ oder „Clothes Swap Challenge“ geht es um kleine Kunststücke und Videotricks. Die Ergebnisse sind auch Basis mancher YouTube-Zusammenstellung.

Das Thema Challenge elektrisiert bei TikTok zunehmend auch Firmen. Sie sehen darüber die Möglichkeit, einem sehr jungen Publikum die eigenen Produkte auf eine etwas andere Art und Weise zu präsentieren. Bei der #applechallenge werden beispielsweise möglichst viel Apple-Produkte aufgetürmt oder als Dominosteine aufgestellt.

Alles sicher oder eher nicht?

Die Sicherheitseinstellungen, die die App ermöglicht, sind recht umfänglich. Im Bereich „Privatsphäre und Sicherheit“ kann Vieles eingegrenzt werden, wie zum Beispiel wer die Videos sehen und kommentieren darf. Auf der TikTok-Website ist eine eigene Informationsseite für die Eltern der jungen Nutzer in englischer Sprache eingerichtet. Experten empfehlen aber trotzdem, dass Eltern die App zusammen mit ihren Kindern einrichten, gerade weil die Nutzer meist sehr jung sind. Die TikTok-AGBs schreiben zwar ein Mindestalter von 13 Jahren vor, aber das wird nicht kontrolliert.

So sind vielfach auch Videos von deutlich jüngeren Nutzern online. Die Initiative „SCHAU HIN!“ (u.a. vom Bundesfamilienministerium) hat eine TikTok-Informationsseite für Eltern zusammengestellt mit Infos zum Beispiel auch zum Datenschutz. Denn gerade da weist die App Mängel auf – zwei Beispiele laut des Vereins „Sicherheit im Netz“: „Die App darf deine Videos automatisch auf anderen Netzwerken abspielen und für Werbung nutzen, ohne Dich vorher zu fragen,“ oder „Die App hat das Recht, auf Deine SMS und deine Telefonkontakte zuzugreifen. Was sie damit macht, weiß niemand.“    


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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

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