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Alles verstanden? Sprachassistenten im Vergleichstest

Taste zur Sprachaufnahme beim intelligenten Lautsprecher
Foto: pixabay/HeikoAL

Sonnige Zeiten für Couch-Potatoes – das gepflegte Leben aus dem Sofa heraus wird immer einfacher! Möglich machen das Sprachassistenten, die schon teils in Handys, PC`s, Tablets und auch Kopfhörern eingebaut sind. Aktuell allerdings sind sie verstärkt im Gespräch, weil sie intelligente Lautsprecher zum Leben erwecken. Diese gelten als DER Technik-Megatrend für 2018.

Sieben Prozent der Deutschen sollen schon einen solchen intelligenten Lautsprecher – auch Smartspeaker genannt – besitzen, in den USA stehen die elektronischen Assistenten schon in über 20 Prozent der Haushalte. Dabei sind die Kunden nicht nur junge Technik-Nerds, sondern das Interesse für die Geräte zieht sich durch alle Altersstufen. Sie begeistern die breite Einsatzpalette der Heim-Assistenten: Wettervorhersage, aktuelle Nachrichten, Wissensfragen aber auch Pizza bestellen, Einkaufen oder die Steuerung der Hauselektronik und natürlich Musik hören. Alles das klappt bequem per Sprachsteuerung.

Verantwortlich dafür sind die Sprachassistenten. Sie sind die Kommunikatoren zwischen Mensch und Maschine. Doch welche Sprachassistenten verstehen uns wirklich gut, wie ist ihr Antwortverhalten und wie sieht es aus mit dem Datenschutz? Diese Fragen hat ganz frisch die Stiftung Warentest untersucht.

Das Sprachen-Quintett

Fünf digitale Sprachassistenten verstehen und sprechen aktuell unsere Sprache. Der Bekannteste ist der Google Assistant, Nachfolger von Google Now, vor Apples Siri und Cortona von Microsoft. Alexa von Amazon belegte in der Umfrage von Kantar TNS im Auftrag des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft e.V. nur Platz vier. Im Vergleich der Stiftung Warentest ist auch noch Sony vertreten – der Sony-Assistent hört allerdings nicht auf ein Stichwort, sondern wird auf den Ohrhörern Xperia Ear per Berührung gestartet.

Gut zugehört ist halb gewonnen

Das A und O der digitalen Sprachassistenten ist natürlich ihre Spracherkennung. Bestnoten erzielten hier im Test Amazons Alexa und der Google Assistant. Dabei konnte Alexa besonders mit Zuverlässigkeit glänzen, mit der die Fragen, Wünsche etc. vom Sprachassistenten beantwortet wurden. Selbst Dialekte verstand Alexa und seit kurzem erkennt Amazons Sprachassistent auch Anschlussfragen – so muss bei komplexeren Geschichten nicht immer wieder alles wiederholt werden. Dieses Hörverständnis zeichnet auch den Google-Assistant aus. Im Gegensatz zu Alexa kann er die Nutzer zusätzlich auch an den Stimmen erkennen. Apples Siri zeigte im Test Schwierigkeiten mit der Spracherkennung, Cortona ebenfalls.

Der Klang macht die Musik

Die Stimmen der Sprachassistenten wurden sehr unterschiedlich bewertet. Amazons Alexa klingt laut Test am natürlichsten, gefolgt vom Google Assistant. Künstlicher klingt Siri, wobei der Nutzer hier zwischen weiblicher und männlicher Stimme auswählen kann. Die Stimmen von Cortona und Sony wurden als roboterhaft bzw. unnatürlich bewertet.

Viel hören = viel können?

Inhaltlich ist der Google Assistant - an sich nicht weiter verwunderlich - das Maß der Dinge. Er trumpft besonders bei Wissensfragen auf. In Sachen Vielseitigkeit ist Alexa kaum zu schlagen. Mit „Skills“ – so heißen die Apps für die intelligenten Lautsprecher von Amazon – kann die Nutzungsbreite von Alexa stetig erweitert werden. 15.000 Skills soll es schon geben, 100 praktische und teils witzige Skills sind hier zu finden.

Siris Schwerpunkt ist die Kommunikation – Nachrichten schreiben, Telefonate starten, Termin erstellen, E-Mails senden. Musik hören geht natürlich auch, aber nur vom „Haus-eigenen Dienst“ Apple Music. Cortanas Möglichkeiten hingegen sind begrenzt und fielen im Funktionstest teils durch. Die Optionen bei Sony sind auch eng begrenzt – der Assistent dient nur dazu, freihändig das Smartphone nutzen zu können.

Ständig mithörende Spione?

Das „ständig“ kann laut Stiftung Warentest gestrichen werden. Die Tester haben keine Hinweise gefunden, dass die Sprachassistenten immer mithören und somit ständig Daten an die Zentralrechner schicken. Aber sobald wir die Geräte aktivieren und Aufträge erfüllen lassen, verraten wir natürlich sowieso schon viel über uns: Aus den Musikwünschen lässt sich der Musikgeschmack erkennen, aus den Einkäufen unser Einkaufsverhalten, aus den diktierten E-Mails unsere Themen. Alle unsere Sprachbefehle werden zu Zentralservern - meist in den USA - geschickt (Ausnahme Amazon – der Online-Riese erklärte auf Anfrage, die Sprachaufzeichnungen in der EU abzuspeichern), dort verarbeitet, in Befehle an die genutzten Geräte umgewandelt und wieder zurückgeschickt oder an Online-Dienste weitergegeben.

Dieser Datenfluss ist natürlich das entscheidende Problem und die Stiftung Warentest hat deswegen auch die Datenschutzerklärungen untersucht – das eindeutige Ergebnis: viele Mängel, wenig Klarheit und einiges ist mit dem deutschen Datenschutz nicht vereinbar...

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