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Aaron Knipper
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iPhone Bildschirm
Neue Features und starker Nutzerzulauf

Sichere WhatsApp-Alternativen: Threema und Signal

iPhone Bildschirm mit verschiedenen Apps und Whatsapp

08. Februar 2021

  • Beide Apps konnten im Januar einen starken Zulauf neuer Nutzer verzeichnen.

  • Threema nutzen weltweit ca. neun Millionen Menschen, Signal hat im Januar die Marke von 50 Millionen Nutzer geknackt.

  • Die App Threema ist ein Schweizer Unternehmen, hinter Signal steht u.a. eine amerikanische Stiftung.

 

Als WhatsApp Anfang dieses Jahres neue Nutzerbedingungen ankündigte, war der Aufschrei groß. Dabei war Europa gar nicht so stark betroffen wie „der Rest der Welt“. Trotzdem hatte die Ankündigung viele Nutzer auf den Datenhunger von WhatsApp (erneut) aufmerksam gemacht und viele suchen seither mit der Familiengruppe, dem Sportvereins- oder Karnevalsgruppen-Chat oder anderen Gruppenkonstellationen nach Alternativen. Wir haben uns zwei Messenger-Dienste – Threema und Signal – angeschaut. Beide haben sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben und wollen möglichst nur die nötigsten Daten einfordern. 

Datenhunger? Nein, Danke! 

Die Schweizer App Threema kann komplett anonym genutzt werden. Für die Anmeldung müssen wir weder unseren Namen noch unsere E-Mail-Adresse angeben. Die Identifikation erfolgt über eine achtstellige ID-Nummer. Threema verspricht außerdem, dass wir als Nutzer auch keine Datenspur hinterlassen. Unsere Kontakte werden nur auf unserem Smartphone verwaltet – Threema hat keinen Zugriff. Auch bei Signal müssen wir als Nutzer weder unseren Namen, noch unsere E-Mail-Adresse angeben. Allerdings brauchen wir für die Registrierung unsere Telefonnummer.  

Top-Verschlüsselungs-Technik aus den USA 

Die Verschlüsselungs-Software von Threema und Signal ist die gleiche wie die von WhatsApp und Telegram. Eigentümer dieser Software „Open Whisper Systems“ ist Signal selbst. Durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können nur die Chat-Teilnehmenden selbst die Nachrichten lesen, die Apps haben keinen Zugriff. Zudem werden bei Signal und Threema keine Chatverläufe zentral gespeichert, unsere komplette Kommunikation wird nur auf unseren Smartphones gespeichert. Kein Wunder, dass Signal deswegen auch von Prominenten wie Edward Snowdon oder Elon Musk empfohlen wird. 

„Kleiner Server-Makel“ bei Signal 

Auch wenn der Datenhunger nachweislich gering ist, die beiden Apps haben einen entscheidenden Unterschied – während Threema mit Servern in der Schweiz arbeitet, werden die wenigen bei Signal gespeicherten Daten auf Servern in den USA abgelegt. Damit unterliegen sie bei der Nutzung nicht den strengen europäischen Datenschutzregeln.  

Transparenz als oberstes Gebot 

„Es kann sich jeder davon überzeugen, dass im Hintergrund nichts Böses läuft,“ sagt Martin Blatter, Co-Gründer und CEO von Threema in einem Interview Anfang Februar. Seit Ende Dezember ist auch die App Threema quelloffen, d.h. Dritte können den Code der App einsehen und schauen, wie Threema funktioniert. Auch Signal ist quelloffen oder Open Source. Beide Apps wollen so zeigen, dass es keine Hintertüren gibt, über die Daten der App ausgespäht werden können. 

Kaum Unterschiede beim Funktionsumfang  

Einzelchats oder Gruppenchats sind kein Problem; Videos, Fotos oder Textnachrichten können ausgetauscht werden; Sprachnachrichten sind ebenso möglich wie Telefonanrufe. Der Funktionsumfang bei Threema und Signal ähnelt dem von WhatsApp. Zusätzlich können bei Signal Nachrichten verschickt werden, die sich nach einer vorher einstellbaren Zeit automatisch löschen. Und Threema hat an diesem Wochenende gleich ein ganzes Paket an Neuerungen für die Android-Variante versprochen. Eine datenschutzkonforme Bilderkennung gehört dabei ebenso dazu, wie eine globale Chat-Suchfunktion. 

Sicherheit kostet… jedenfalls bei einer App 

Die App von Threema ist kostenpflichtig. Sowohl für Android als auch für iOS sind einmalig vier Euro fällig. Für viele Firmen wie Daimler, Bosch oder Die Grünen - dient Threema auch als interne Kommunikationsplattform. In diesem Fall müssen pro Nutzer monatlich rund zwei Euro bezahlt werden. So kommt der Schweizer Messenger ohne Werbung aus und bleibt unabhängig. Finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit garantiert beim kostenlosen Messenger Signal eine Stiftung – die Signal Foundation. 2018 wurde sie u.a. vom ehemaligen WhatsApp-Mitgründer Brian Acton gegründet, der auch gleich 50 Millionen Dollar in die Stiftung einbrachte. In einem Blogbeitrag schrieb er damals: „Die Mission der Signal Foundation ist es, Open Source-Datenschutztechnologien zu entwickeln, die die freie Meinungsäußerung schützen und eine sichere globale Kommunikation ermöglichen.“ 


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