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Neue Emojis

Ein Skandal, ein Faultier und ein Blutstropfen – 230 neue Emojis

Noch schnell das klassische Smiley oder ein entspanntes Daumen-hoch-Emoji eingefügt und schon kann unsere WhatsApp-Nachricht raus. Keine Frage, die kleinen Bildschriftzeichen, so die Übersetzung aus dem Japanischen, gehören mittlerweile zu unserer Online-Kommunikation wie Punkt und Komma.

Seit ihren Anfängen 1999 haben sie einen unvergleichlichen Siegeszug hingelegt und inzwischen können wir unter 2.600 verschiedenen Emojis auswählen. Für den Sprachwissenschaftler Michael Beißwenger sind sie ein Zeichen dafür, dass sich unsere Schrift – und Sprech-Sprache immer stärker angleichen: „Online-Unterhaltungen nähern sich immer mehr dem mündlichen Dialog an. Gleichzeitig gibt es natürlich einen gewaltigen Unterschied zwischen Schreiben und Sprechen. Beim Texten fehlen Mimik und Gestik. Mit den Bildzeichen versucht man, das zu kompensieren.“

Und für diese Kompensation bekommen wir bald Nachschub. 59 neue Motive in insgesamt 230 Ausführungen stehen in den Startlöchern.

Ein Blutstropfen sorgt für Aufregung

Die neue Palette der Emojis sorgt mehrheitlich für mehr politische Korrektheit und Toleranz in der Emoji-Welt. So bekommen wir Rollstuhlfahrer und -fahrerinnen, Blindenhunde und Prothesen aufs Handy, wir haben dann Pärchen in den unterschiedlichsten Konstellationen zur Verfügung, aber auch ein Faultier, eine Waffel oder einen Hindu-Tempel – hier klicken für die Übersicht der neuen Emojis.

Für viel Wirbel sorgt schon jetzt ein Blutstropfen. Er ist unter anderem als Periode-Emoji gedacht und soll die Menstruation enttabuisieren. Das Kinderhilfswerk Plan Deutschland twitterte dazu: „Die Aufnahme des Emojis, das ausdrückt, was 800 Millionen Mädchen und Frauen weltweit jeden Monat erfahren, ist ein großer Schritt in Richtung der Normalisierung des Themas #Menstruation.“

Allerdings ist diese Einengung gar nicht so geplant: In der Liste der neuen Emojis steht der Blutstropfen eher allgemein auch für Blutspende und die Medizin im Ganzen.

Ein bisschen-Emoji mit ein bisschen Skandal

Für die meiste Aufregung im Vorfeld der Veröffentlichung am 5. März sorgt schon jetzt ein Emoji mit Daumen und Zeigefinger. Als „Pinching hand“ also kneifende Hand wird es bei den Neuheiten gelistet und soll für „ein bisschen“ stehen. Doch in den sozialen Medien wird seine Zweideutigkeit diskutiert – es wird als Synonym für ein kleinen Penis gesehen.

So schreibt ein Nutzer, „viele schöne Frauen werden den neuen Pinching-Hand-Emoji lieben“ und eine andere Nutzerin ergänzt: „Wofür man das neue Emoji nutzen kann... 20cm? Nie im Leben kleiner Peter oder so kalt isses draußen.“

Geduld, Geduld

Die neuen Emojis werden zwar jetzt Anfang März vorgestellt, voraussichtlich nutzen können wir sie aber erst ab August-September. Grund: Facebook, Apple und Co. müssen die neuen Emojis erst in ihre Produkte integrieren.

Teilweise werden sie dabei auch noch ein wenig verändert, so dass ein Apple-Smiley etwas anders aussieht als ein Google-Smiley. Auf unsere Handys kommen sie dann mit den nächsten Updates. Bis dahin können wir alle 230 Varianten aber schon mal hier im Film schauen.

Die Emoji-Chefs

Das „Unicode Consortium“ ist eine gemeinnützige, weltweit agierende  Organisation mit Sitz im kalifornischen Mountain View. Internationale Experten u.a. auch von Apple, Google oder Microsoft entscheiden unter ihrem Dach über die neuen Emojis. Ihr Ziel, Zeichen zu veröffentlichen, die auf der ganzen Welt verstanden werden.

Wenn Ihr übrigens ein eigenes Emoji an den Start bringen wollt, kein Problem: Ihr braucht eine möglichst einzigartige Idee und einen Entwurf – die Voraussetzungen dazu sind hier zu lesen. Diesen schickt Ihr an docsubmite(at)unicode.org und dann heißt es warten. Eine Umsetzung – wenn sie denn klappt – kann schon mal zwei Jahre dauern, denn die Vorschlagsliste ist lang.

Ein bisschen Emoji-Angeberwissen...

Willst Du als Emoji-Fachmann groß rauskommen, hier sind ein paar Fakten rund um die kleinen Bildzeichen:

  • 176 Emojis haben es schon ins Museum of Modern Art in New York geschafft.
  • 2014 hat der Japaner Xing Bu ein ganzes Buch nur mit Emojis geschrieben. Fred Benenson hat den Klassiker Moby Dick auf emojisch übersetzt – er heißt „Emoji Dick“.
  • 2015 wurde das tränenlächelnde Emoji zum Wort des Jahres des Oxford Dictionarys gewählt
  • Das Smiley-Emoji mit Herzaugen ist Deutschlands beliebtestes Emoji vor dem Freudentränen-Smiley und dem Herz-Emoji. (Umfrage vom August 2018). Wer die Emoji-Nutzung in Echtzeit bei Twitter anschauen möchte, einfach hier klicken.
  • Das Hotdog-Emoji wurde 2014 als Petition im Weißen Haus eingereicht. Das ist zwar nicht zuständig, aber 2015 kam es trotzdem auf unsere Handys.

Alle Emojis im Video:

Im Video von Emojipedia könnt ihr bereits jetzt einen ersten Blick auf die neuen Emojis werfen.


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