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Aaron Knipper
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Mit „luca“ gegen Zettelwirtschaft

Die Fantastischen Vier präsentieren App für leichtere Gäste-Nachverfolgung

30. November 2020

  • Die von Smudo und Michi Beck mit entwickelte App will das Registrieren in Restaurants und Locations digitalisieren
  • „luca“ ist nicht als Konkurrenz zur offiziellen Corona-App der Bundesregierung gedacht sondern als Ergänzung
  • Mehrere neue Funktionen für die offizielle Corona-Warn-App umgesetzt und geplant

Zettelwirtschaft Adè
Jeder von uns hat sie noch im Kopf - die zahllosen Zettel, die wir im Sommer verpflichtend bei jedem Pizza-, Bier- oder Kaffee-Genuss auswärts ausgefüllt haben. Nicht nur, dass die Nutzung dieser oft schlecht kopierten Registrierungs-Zettel ziemlich antiquiert wirkte, häufig war es auch um den datensicheren Umgang nur bedingt vertrauensvoll bestellt. Mal fanden wir ausgefüllten Zettel der voran gegangenen Besucher auf dem Tisch, mal war zu sehen, wie die Zettel mehr oder weniger sortiert in Schubladen oder Aktenordnern landeten. Die Musiker der bekannten deutschen HipHop-Band Die Fantastischen Vier wollen diesen Zustand beenden. Sie haben dafür eine Registrierung-App mitentwickelt. Das Berliner StartUp "neXenio" hat die Musiker bei der Programmierung von „luca“ - son der Name der neuen Anwendung - unterstützt. Der offizielle Startschuss ist in diesen Tagen, aktuell steht die App schon im App-Store zur Verfügung, Android soll bald folgen. Das Versprechen: „luca“ soll eine digitale, Datenschutz-verträgliche und einfach zu nutzende Alternative zur Zettelwirtschaft darstellen.

Einfach mit einem QR-Code einbuchen
„Mit luca Locations kannst du die Kontaktdatenerfassung und -übermittlung für deinen Gastronomiebetrieb, deine Veranstaltungs-stätte, deine Sportveranstaltung oder deine Gemeinde umsetzen,“ heißt es auf der Homepage der neuen App. Funktionieren soll dieses über QR-Codes. Dabei gibt es zwei Optionen: Entweder verschlüsselt die App unsere Daten „hinter einem QR-Code“, den wir dann beim Besuch in einer Gaststätte etc. einscannen lassen können; Oder unsere besuchte Location generiert per „luca“ einen QR-Code, über den wir uns dann mit dem Smartphone einloggen können. Die Check-in- und Check-Out-Daten werden verschlüsselt in einer virtuellen Box gespeichert und 14-tägig automatisch gelöscht.

Zugriff nur vom Gesundheitsamt
Die Location-Betreiber selbst können die Daten nicht einsehen, das ist nur den Gesundheitsämtern vorbehalten. Sie müssen allerdings bei einem Infektionsfall erst kurz beim Location-Betreiber anfragen, ob sie die Daten haben könnten. Stimmt dieser zu, werden ihnen die Gästelisten entschlüsselt zur Verfügung gestellt. So soll die bisherige Zettelwirtschaft aufgelöst werden und die Nachverfolgung von Infektionsketten für die Gesundheitsämter erleichtert werden. Dabei planen die App-Macher auch direkt weiter: Laut der App-Beschreibung steht „luca“ zukünftig nicht nur für den Eincheck-Vorgang in der Gastronomie bereit, die QR-Codes der App sollen auch in Pflegeheimen und Altenheimen, für private Veranstaltungen und als digitales Eintrittsticket genutzt werden können.

Testläufe starten
„Die, denen wird die App bisher vorgestellt haben, waren begeistert,“ erklärte Smudo von den Fantastischen Vier in der TV Sendung „maischberger.die woche“. In Jena soll die App „luca“ nun getestet werden. Dort sollen Gaststätten, Museen und weitere Locations „App-tauglich gemacht“ werden, um die Wirksamkeit von „luca“ im Tagesbetrieb zu checken. Auch Sylt soll schon interessiert sein. In Interviews betonte Smudo von den Fantastischen Vier, dass „luca“ dabei nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung der bislang in Deutschland offiziell genutzten Corona-Warn-App gedacht sei. Er betonte, dass Beides zwei „komplett verschiedene Systeme“ seinen, bei denen die Corona-Warn-App für ihn die eine ganz wichtige Funktion habe: „Das ist ein Radar, der mir sagt, wie risikobehaftet ich heute den Tag verbracht habe.“

Hohe Downloadzahl, recht niedrige Mitteilungsquote
Derweil sind aktuelle Zahlen und die weiteren Entwicklungs-Pläne für die Corona-Warn-App der Bundesregierung bekannt geworden. Fast 22 Millionen Menschen haben die App mittlerweile runtergeladen, über 2,8 Millionen Testresultate wurden bislang über sie weiter verbreitet. Seit letzter Woche steht ein weiteres Update bereit. Damit erfolgt die Risiko-Ermittlung nun mehrmals täglich. Dazu werden positiv getestete Nutzer (mehrfach) ermahnt, wenn sie ihr Testergebnis noch nicht eingegeben haben sollten. Hintergrund sind schlechte Mitteilungsquote: Bislang teilen nur rund 60 Prozent der Nutzer per App mit, wenn sie positiv getestet wurden.

Die Pläne für die Corona-Warn-App 2021
Weitere Updates sind noch für dieses Jahr geplant, dann sollen z.B. Informationen zum weiteren Pandemie-Verlauf direkt an die Nutzer weiter gegeben werden. Für 2021 ist nach einem Länderpapier die Einbindung eines Kontakttagebuches geplant - eine Forderung, die der Berliner Virologe Christian Drosten schon im Sommer formuliert hatte. Außerdem soll die „digitale Anmeldefunktion für Gaststätten und bei Veranstaltungen“ überprüft werden. Da scheint „luca“ die schnellere Alternative für diese Funktion zu sein.


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