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Dominik Tegeler
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Die Zukunft der Gesundheit? App auf Rezept

Das Digitale Versorgungsgesetz will u.a. die Nutzung von Gesundheits-Apps ab dem kommenden Jahr fördern - Gesundheits-Apps z.B. bei Diabetes und Bluthochdruck können dann auf Rezept von den Krankenkassen bezahlt werden - Es fehlen bislang aber einheitliche Qualitätskriterien bei den Apps zu Nutzungs-Umfang und Datenschutz.

Ein unübersichtlicher Markt

Gesundheits-Apps gibt es nahezu wie Sand am Meer. Für die unterschiedlichsten Bedürfnisse rund um unsere Fitness und Gesundheit gibt es eine Vielzahl an Apps. Sie werden von Pharmakonzernen, IT-Firmen, StartUps und auch von Krankenkassen angeboten. Grundsätzlich lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen haben wir Apps, die uns einen Service bieten – sie überwachen beispielweise, dass wir unsere Medikamente rechtzeitig einnehmen oder helfen uns, unsere Nahrungsmittelaufnahme zu protokollieren. Diese Apps sind häufig kostenlos. Zum anderen gibt es aber auch viele medizinische Apps. Sie helfen uns bei der Therapierung von Krankheiten wie z.B. bei Rückenschmerzen, Diabetes oder Depressionen.

Das Testjahr

Gesundheits-Apps sollen 2020 möglichst „unbürokratisch“ für uns Nutzer verfügbar werden. Das schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einem Text zum neuen Digitalen Versorgungsgesetz, das nächstes Jahr in Kraft tritt. Dafür wird eine Gesundheits-App zunächst vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft. Kriterien sind Funktionalität, Qualität, der Datenschutz und die Datensicherheit. Bei positiver Prüfung kommt die App ins „Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen“ und es beginnt automatisch eine einjährige Testphase. In dieser Zeit kann die App aber schon verschrieben werden. Die Nutzungs-Kosten für die App werden von den Krankenkassen übernommen. Die Anbieter müssen dann in diesem Zeitraum nachweisen, dass die App auch ihren Nutzen erfüllt. Die Regeln für dieses Prüfverfahren werden aktuell noch festgelegt.

Qualitätskriterien Fehlanzeige

Welche Angaben eine App ihren Kunden liefern muss, ist bei Gesundheits-Apps bislang noch ungeregelt. Ebenso gibt es keine Vorgaben, wie Gesundheits-Apps bzw. deren Anbieter uns Nutzer über die Einsatzmöglichkeiten der App und vor allem auch die Grenzen der Nutzung aufklärt. Auch Angaben zu den sinnvollen Nutzergruppen sind keine Pflicht. Letztendlich fehlen auch einheitliche Qualitätskriterien. Fachleute kritisieren diesen Mangel an für uns Nutzer wichtigen Informationen und Regeln. Zumal auch nicht vorgeschrieben ist, mit welchen wissenschaftlichen Belegen der App-Nutzen untermauert wird. Bislang reichen auch mal Fallberichte, Expertenmeinungen oder Studien jedweder Art.

Problemfall Datenschutz

Gesundheits-Apps erheben teils viele, sehr sensible und sehr persönliche Daten von uns. Wie die Apps mit diesen Informationen umgehen und wie sie diese sichern, ist aber vielfach unbekannt. Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang beispielsweise die Gesundheits-App Ada. Sie ist nach eigenen Angaben die Gesundheits-App Nr. 1 in 16 Ländern und wurde in Gesundheitsfragen schon 15 Millionen Mal aufgerufen. Die KI-gestützte App gibt Gesundheitstipps bei vielfältigen Gesundheitsproblemen. Für die Nutzung müssen die Nutzer aber viele persönliche Daten angeben. Im Oktober war die App unter Verdacht geraten, sensible Daten Ihrer Nutzer an Facebook in die USA übertragen zu haben. Die App-Entwickler widersprachen diesem Vorwurf, der IT-Sicherheitsexperte Mike Kuketz empfiehlt in einem Blog-Eintrag, trotzdem die App zu meiden gerade wegen ihrer Art und Weise, unsere Gesundheitsdaten zu erheben und zu verwalten.

Die richtige Gesundheits-App?

Angesichts dieser vielen offenen Punkte ist sicherlich die Kernfrage, wie finde ich eine Gesundheits-App, die mir nicht nur bei meinen Gesundheitsproblemen hilft, sondern die auch vertrauenswürdig ist. Eine absolute Sicherheit gibt es dafür leider nicht. Die Verbraucherzentrale NRW hat aber einen Fragenkatalog zusammengestellt, der hilft, die App-Angebote zu checken. Mit Fragen nach Funktion, Hersteller, Finanzierung, Verständlichkeit und Umgang mit unseren persönlichen Daten gewinnen wir erste Informationen zu unserer Entscheidung für oder gegen eine Gesundheits-App.


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