Responsive image

on air: 

Leonie & Dominik
---
---

Neu auf DVD: «Destroyer» mit Nicole Kidman

Nicole Kidman ist eine der wandlungsfähigsten Schauspielerinnen in Hollywood. In dem Film «Destroyer» zeigt die Australierin ihr ganzes Können.

Rache-Thriller

Berlin (dpa) - So hat man Nicole Kidman (52) noch nie gesehen: Abgezehrt, ausgemergelt und völlig verhärmt irrlichtert sie voller Verzweiflung durch den Rache-Thriller «Destroyer» von Karyn Kusama («Girlfight»), in dem sie sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen muss.

Als Königin von Atlantis war Kidman in «Aquaman» noch eine Badenixe von makelloser Schönheit, in «Destroyer» (jetzt auf DVD) begibt sie sich an den anderen Rand des Seins. Die Haare strähnig, die Augen rot unterlaufen, das Gesicht eingefallen und voller Runzeln - ein zerstörter Mensch, vom Leben und zu viel Alkohol für immer gezeichnet.

Was hat diese Frau nur dahin getrieben? Vor 17 Jahren wurde die Polizistin Erin Bell (Nicole Kidman) als junge FBI-Ermittlerin mit ihrem Kollegen Chris (Sebastian Stan) bei einem Undercover-Einsatz in eine Drogengang eingeschleust. Die Bande wird von dem gefürchteten Silas angeführt. Bei einem missglückten Bankraub wird Silas zum Mörder, Chris kommt ums Leben und lässt Bell mit Schuldgefühlen, schwanger und gebrochen zurück.

Aus diesem tiefen Tal der Tränen sollte Erin Bell nie wieder herausfinden. Als eines Tages Silas wieder auftaucht, sieht sie aber ihre Stunde der Rache gekommen.

Dabei ist Nicole Kidman in einer Art Doppelrolle zu sehen. Die Schauspielerin ist nicht nur der «lebende Leichnam», der wie ein Zombie durchs Leben wankt, sie spielt auch die 17 Jahre jüngere Bell - und das vollkommen überzeugend. Für diese einmalige Darstellung bekam Kidman eine Golden-Globe-Nominierung - lediglich die Wahl der Perücken ist ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Mit der äußeren Veränderung geht eine innere Komplexität einher. In «Destroyer» zeigt Nicole Kidman die ganze Palette widerstreitender Gefühl. Da ist sie die verlorene Trinkerin, der knallharte Polizistin, die ihre Gegner vermöbelt, und sie ist die hilflose Mutter, die keine Verbindung zu ihrer Tochter finden kann.

Der große Schmerz einer verlorenen Frau: Wird ihre Rache sie wieder in die Balance bringen können? «Destroyer» springt immer wieder zwischen den Zeitebenen hin und her. Und so langsam offenbart sich eine finstere Wahrheit.