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Dominik Tegeler
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Polizeibericht

POL-GT: Unglaublich - zahlreiche Manipulationen an polnischem LKW

Gütersloh (ots) - Rheda-Wiedenbrück (CK) - In der vergangenen
Woche erhielt der Verkehrsdienst der Polizei Gütersloh einen Anruf
von einer Lkw-Werkstatt aus Rheda-Wiedenbrück. Es wurde mitgeteilt,
dass bei einem polnischen Lkw Manipulationen am digitalen
Kontrollgerät festgestellt wurden.

Durch Beamte des Verkehrsdienstes Rheda-Wiedenbrück konnten mit
Hilfe des Werkstattmeisters mehrere Manipulationen festgestellt
werden.

Zwischen dem Getriebesensor und dem digitalen Kontrollgerät war
ein im Armaturenbrett versteckter Schalter eingebaut. Durch seine
Inbetriebnahme wurde dem Kontrollgerät vorgetäuscht, dass das
Fahrzeug steht, Ruhezeit aufzeichnet und der Kilometerzähler
ebenfalls steht, obwohl der Lkw gefahren wird. Zusätzlich war eine
weitere Manipulation durch eine sogenannte "Speed Box" eingebaut.
Hiermit wurden die an der Hinterachse angebrachten Signale der
Radsensoren in dieser Box manipuliert und die gefälschten Daten in
das elektronische Bremssystem eingespeist. Auch hier wurde der
Fahrzeugelektronik ein Reifenstillstand vorgetäuscht, obwohl die
Sattelzugmaschine fährt.

Somit wurden zwei unabhängige Sicherheitssysteme am Lkw
manipuliert. In diesem Zustand werden alle elektronischen Brems -und
Fahrsysteme auf Stillstand gesetzt, obwohl sich das Fahrzeug im
Fahrzustand befindet. Die Sattelzugmaschine mit Auflieger war mit
einer Ladung von 25 Tonnen Salz auf dem Weg von Polen nach Belgien.
Der Fahrer hatte nach einer Ruhepause auf der Autobahn A 2 mehrere
unerklärliche Fehlermeldungen in seiner Instrumententafel.

Daraufhin fuhr er zu einer Werkstatt, um die Fehlermeldungen
löschen zu lassen. Vermutlich hatte ein Defekt an dem laienhaft
angeschlossenen Manipulationsschalter die Meldungen ausgelöst.

Das Verbauen bzw. Bereithalten einer Einrichtung zur Fälschung,
Unterdrückung oder Vernichtung von Aufzeichnungen und
Speicherinhalten stellt für den Unternehmer eine Ordnungswidrigkeit
nach dem Fahrpersonalgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von 15 750
Euro geahndet.

Das Bußgeld wurde durch den polnischen Unternehmer als
Sicherheitsleistung innerhalb von drei Tagen beglichen.

Für diese Zeit musste der Fahrer im Hotel übernachten und durfte
erst mit seinem Lkw weiterfahren, als die Manipulationen entfernt,
der Lkw wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht wurde und
ein Sachverständiger dieses bestätigt hatte.




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