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Dominik Tegeler
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Anschlag in Halle an der Saale: NRW-Landtagspräsident Kuper mahnt im Parlament

NRW-Landtagspräsident Andé Kuper aus Rietberg.

Die Bundesanwaltschaft hat den Anschlag von Halle an der Saale als Terror eingestuft. Im NRW-Landtag mahnte Landtagspräsident André Kuper aus Rietberg, dass auch im Parlament aufgehört werden müsse, mit zwielichtigen Worten eine Saat auszusäen. Alle müssten bereit sein, auf politische Geländegewinne zu verzichten und aufzustehen für ein vorurteilsfreies Miteinander, so Landtagspräsident André Kuper. Im NRW-Parlament sprach er von einer menschenverachtenden Untat. Wörtlich wandte sich Kuper an jüdische Mitbürger und sagte: „Wir lassen Euch nicht alleine! Wir sind froh, dass es Euch gibt! Antisemitischer Hass und judenfeindliche Gewalt haben hier keinen Platz!“

 

Dies ist die komplette Rede André Kupers:

„Meine Damen und Herren,

als ich gestern dieses Parlament über die Ereignisse in Halle,  in Sachsen-Anhalt, unterrichtet habe, zeichnete sich bereits ab, dass diese menschenverachtende Untat, eine rechtsradikale, eine antisemitische, eine judenfeindliche Tat war.

Das hat sich inzwischen bestätigt.

Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund unserer dichten Begegnungen und Erlebnisse als Präsidium in der Gedenkstätte Auschwitz Anfang der Woche sage ich: Hier geht es nicht um uns, und nicht um vermeintliche politische Geländegewinne.

Es geht darum, ob wir bereit sind aufzustehen

  • für ein vorurteilsfreies Miteinander,
  • für eine Gesellschaft auf dem Boden unserer Verfassung.
  • Auch darum, ob wir endlich bereit sind aufzuhören mit zweideutigen Worten eine Saat auszubringen.
  • Und das, liebe Kolleginnen und Kollegen, gilt auch für unsere Worte hier im Parlament.
  • Es geht um unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.
  • Nein, es geht um nicht weniger als um unser Land und seine Zukunft!

Wir grüßen deshalb heute Morgen als Parlament, aber auch ganz persönlich unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, von denen einige heute Morgen zu uns auf die Besuchertribüne gekommen sind, und sagen Ihnen:

Wir lassen Euch nicht alleine!

Wir lassen Euch nicht im Stich!

Wir sind froh, dass es euch gibt!

Antisemitischer Hass und judenfeindliche Gewalt haben hier keinen Platz!

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Angehörigen!

Unser Herz ist bei den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern!

Wenn wir uns jetzt erheben im Gedenken an die Opfer von Halle, dann können wir das nicht – und das ist ein Versprechen dieses hohen Hauses! – ja, dann können wir das nicht tun, ohne aufzustehen für das jüdische Leben in unserem Land.“

[Gedenkminute]