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Philipp Bernstein
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Wie toxisch ist Instagram?

Fake oder Fun? Wie toxisch ist Instagram?

Wir von Radio Gütersloh gehen der Frage nach, wie toxisch die Social Media-Plattform Instagram eigentlich ist.

Anlass für uns sind interne Facebook-Dokumente, die das Wall Street Journal enthüllt hat. Demnach ist Instagram für die mentale Gesundheit von vielen jungen Nutzern schädlich. Besonders gefährdet: Mädchen im Teenageralter.

Denn im Gegensatz zu TikTok und Snapchat ist Instagram auf Körper und Lifestyle fokussiert. Jedes dritte Mädchen soll betroffen sein. Instagram verzerre die Wahrnehmung und das Selbstbild und mache letztendlich krank.


Wir haben uns intensiv mit den schlechten Seiten von Instagram auseinandergesetzt. Wir haben mit vielen Menschen im Kreis Gütersloh und der Umgebung gesprochen.

Mit Teenagern, Medienpädagogen, Influencern, Coaches. Auf dieser Seite sammeln wir alle Beiträge für euch.


Eure Reaktionen

"Hey, das ist nur eine Scheinwelt"

Ich bin zu fett – ich bin zu mager – ich bin zu unsportlich – zu arm – zu hässlich – all das sind ganz böse Gedanken, die Instagram verursachen kann. Vor allem Mädchen im Teenageralter können dadurch krank werden. Auch IHR habt euch bei uns gemeldet.

Unter anderem hat sich Hörerin Ilma aus Spexard (18) gemeldet. Sie sagt: Instagram sorgt auch bei mir für negative Vibes. Man müsse sich aber immer wieder daran erinnern, dass Instagram nur eine Scheinwelt sei.

Keiner würde sich zeigen, wenn er traurig ist oder wenn es ihm schlecht geht, sagt Ilma. Ihr Appell: Du musst nicht aussehen wie jeder andere, du musst keine makellose Haut haben, du musst dir nicht die teuersten Klamotten leisten können.


"Besonders Pubertierende sind anfällig"

Ranka Bijelic ist Jugendschutzbeauftragte der Stadt Gütersloh

Ist Instagram toxisch junge Menschen? Ranka Bijelic meint, ja, wenn man das Gesehene für die Realität hält. Jugendliche würden sich nicht nur von großen, sondern auch von kleineren Influencern beeinflussen lassen.

Dabei entstünde eine so genannte parasoziale Beziehung, das bedeutet, Jugendliche halten diese Influencer für ihre Freunde und glauben, was sie von diesen hören. Sie kommen nicht auf die Idee, dass dies eine bewusste Lenkung sei.

Besonders Pubertierende seien anfällig. Es helfe, wenn Eltern schon früh für Aufklärung sorgen und ihren Kindern zeigen, wie sich Bilder und Videos leicht manipulieren lassen. Hier lest und hört ihr das Interview in voller Länge.


"Das Traurige ist, dass man sich so vergleicht"

Inas Account inas_kleinewelt folgen über 70 Tsd. Menschen

Eigentlich hasst Ina es, wenn man sie „Influencerin“ nennt. Für ihr Profil sagt sie: Ich verkörpere nicht das, was typische Influencer verkörpern.

Fake oder Fun? Ina sagt, es ist schon sehr, sehr viel Fake. Sie sei auch in diesem Zwiespalt zwischendurch gewesen “boah, denkst du dir jetzt Sachen aus, damit du interessanter bist oder bleibst du einfach du selbst?” Sie ist sie selbst geblieben und schwimmt gegen den Strom. Ihre Themen: Selbstliebe, Mindset und Motivation.

Trotzdem vergleicht auch sie manchmal. Und sie sagt: Das ist ja auch das Traurige an Instagram, dass man sich so vergleicht. Da könne sich kaum einer von frei machen. Egal ob der perfekte Körper, den jemand anderes hat oder das perfekte Leben, sprich in der Partnerschaft oder im Urlaub. Das Interview könnt ihr hier in voller Länge nachlesen und nachhören.


"Keinen Bock mehr auf Instagram"

Hörer Bennet aus Isselhorst (19) hat sich gesagt: Ich habe keinen Bock mehr auf Instagram. Er hat die App von seinem Handy geschmissen, weil er sich irgendwann dachte: Ich brauche Instagram gar nicht. Zum einen habe die App viel Zeit gekostet, zum anderen zeige sie immer wieder irgendwelche Schönheitsideale, so dass man sich selbst unwohl fühle in seiner Hand.

Bennet sagt: Ich habe nicht das Gefühl, irgendwas zu verpassen. Wichtige Dinge bekommt man auch so mit - ohne Instagram. Über seine Erfahrung ohne Instagram spricht Bennet mit Dominik Tegeler in der Radio Gütersloh-Morning Show.