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Dominik Tegeler
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Serie [Game-Show, Familie]

Der Boden ist Lava

Eines der Teams sitzt im Interview-Setting auf dem Sofa.

Netflix
2 Staffeln, 15 Folgen

Game-Show, Familie 

 

“Der Boden ist Lava” - eine Show, über die gar nicht viel mehr gesagt werden muss, als ihr Titel schon verrät. Der Boden darf nicht berührt werden, wer vom Kletterparcour fällt, versinkt im glühend heißen Nass. Wieso ein Review schreiben über eine Sendung, deren Konzept so bestechend einfach ist? Wieso taucht zwischen hochklassig produzierten Oscar-Gewinnern und Dramen nun ausgerechnet diese Klettershow auf? 

Vielleicht, weil wir Sendungen dieser Art mehr brauchen, als je zuvor.

 

Ein Kandidat klettert über eine riesige Dart-Scheibe.
Patrick Wymore/Netflix

Ein brenzliges Spielkonzept

Die amerikanische Sendung schickt pro Folge drei Dreier-Teams in einen feuchtfröhlichen Kletterparcours. Neben vielen interaktiven Challenges und körperlichen Herausforderungen gilt vor allem eines: bloß nicht den Boden berühren! Wer die meisten Teammitglieder sicher ins Ziel beordert, der gewinnt die Folge, und damit auch das Preisgeld von 10.000$. Das Teilnehmerfeld ist breit gesät. Geschwister, Kollegen oder Freunde wagen sich in die Kletter-Herausforderung und testen dabei ihr Geschick und ihr Kooperationsvermögen. Bei so manchen schrägen Vögeln ist man regelrecht traurig, wenn sie in die Lava abrutschen: viele Teams nehmen die Herausforderung mit Humor und beweisen wahres Talent für Unterhaltung. Damit nimmt die Show das beliebte Konzept von Serien wie Takeshi's Castle oder Ninja Warrior und mixt sie mit einer großen Portion Gute Laune. 

 

Für große und kleine Lava-Kletterer

Es gibt wenige Filme und Serien, die wahre Familienunterhaltung liefern. Der Boden ist Lava ist ein Spiel, das wohl jeder aus seiner Kindheit kennt, aber die zugehörige Serie richtet sich keinesfalls spezifisch an das jüngere Publikum. Ob es die sportliche Challenge ist, die faszinieren kann, das bunte Teilnehmerfeld, oder auch einfach die pure Schadenfreude, wenn wieder ein Kandidat wenig elegant in die Lava entschwindet. Es kann wohl jeder etwas an dem simplen Konzept finden, und plötzlich erwischt man sich dabei, wie die Show vom Nebenbei-Programm zum Aufmerksamkeits-Magneten wird. Hier geht ein wahrer Kindheitstraum in Erfüllung. Aber worin liegt der bestechende Charme der Serie?

 

Drei Kandidaten klettern durch den Parcour der an ein riesiges Kinderzimmer angelehnt ist.
Patrick Wymore/Netflix

Der Schlüssel zum Unterhaltungsfaktor

Es ist eigentlich ganz einfach, den bestechenden Charme der Serie zu verstehen. Denn hier gehen einfach alle all-in. Von Selbstironie keine Spur - kein einziger Kandidat wird zynisch oder redet die Herausforderung klein. Alle, inklusive des Moderators, nehmen das Konzept völlig ernst, leiden, fiebern mit und schreien entsetzt, wenn ein Kandidat den Halt verliert und dramatisch in die rote Glut daniedersinkt. Was albern klingt und durchaus sein könnte, funktioniert dann immer wieder erstaunlich gut. Es macht schlichtweg Spaß, sich auf die Idee einzulassen, und mal eine Serie zu schauen, in der alle Teilnehmenden völlig unironisch ihr Bestes geben. Der Boden ist Lava macht gute Laune: vor allem wenn man daheim auf dem Sofa liegt, während die Kandidaten alles geben, um klatschnass über eine überdimensionale Dartscheibe zu klettern. Staffel 2 bringt nun noch ein neues Finalsystem mit in die Folgen, und spätestens wenn die Kandidaten sich schreiend durch die Fontänen kämpfen, um auf dem riesigen Plastik-Vulkan ihr Steinchen zu befestigen, kann man gar nicht anders, als mitzufiebern. In dem Format steckt Liebe und jede Menge Leidenschaft für die Sache - da ist am Ende des Tages völlig egal, wie sinnhaft das Konzept klingt, und wie alt die Zuschauer sind. Vielleicht ist Der Boden ist Lava die letzte, echte Feelgood-Show der Streaming-Landschaft - und damit verdient sie es auch, hier Erwähnung zu finden.

 

Fazit: Absolute Binge-Empfehlung. Der Boden ist Lava ist eine Urlaubs-Insel im Meer der schockierenden True-Crime Dokus und Oscar-Dramen.


Unsere Serien- und Film-Expertin

Hannah Schürkamp (22) - Film-Enthusiastin & Studentin (Geschichte, Englisch)

Hannah Schürkamp sitzt auf einem Sofa und schaut zur Seite
Foto: Sebastian Schütte

Nach zwei Semestern Medien-Studium habe ich mich schlussendlich dagegen entschieden, beruflich am Set zu arbeiten - meine Begeisterung für Filme und Serien hat dadurch jedoch nicht abgenommen. Egal welches Genre, ob Streaming, Kino oder DVD, Hollywood-Klassiker oder Low Budget-Produktion: sowohl gute als auch weniger gute Filme schaue und diskutiere ich unvoreingenommen und mit viel Liebe für die Sache.

Über Anregungen und Kommentare freue ich mich!