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Leslie Runde
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Kosten vs. Nutzen

Lohnt die Smartphone-Reparatur?

08. Juni 2020

  • Der häufigste Schaden beim Smartphone ist mit über 50 % der Displaybruch. Es folgt mit weitem Abstand der Wasserschaden.
  • Die meisten Schadensmeldungen entfallen aufs iPhone, auf den weiteren Plätzen folgen Samsung und Huawei.
  • Die meisten Schäden werden im ersten Jahr gemeldet, die durchschnittliche Schadenshöhe lag bei rund 350 Euro (alle Zahlen hier).

Smartphone kaputt und jetzt?

Ein kleinwinziger Moment der Unaufmerksamkeit reicht meist: Plötzlich fliegt unser Smartphone durch die Luft und landet unsanft auf dem Fußboden. Die Folge: Display kaputt. Wenn wir jetzt entscheiden wollen, ob sich die Reparatur (noch) lohnt, sollten wir folgenden Kriterien in Erwägung ziehen:
Wie alt ist unser Smartphone? War es ein teures Gerät? Und haben wir es regelmäßig geupdatet?

Weitere Hinweise, ob eine Reparatur sinnvoll ist, finden wir auf der amerikanischen Website ifixit. Sie hat einen 10-stufigen „Reparierbarkeitsindex“ entwickelt. Er bewertet, wie günstig Smartphones zu reparieren sind (auch unter Berücksichtigung der Ersatzteil-Kosten), wie leicht sie demontiert werden können und ob es ein Reparatur-Handbuch gibt. Welche nachhaltige Wirkung die Reparatur statt des Neukaufs haben kann, zeigt diese Rechnung: Würden alle EU-Bürger ihr Smartphone ein Jahr länger behalten, könnte dadurch soviel Kohlendioxid gespart werden, wie eine Million Autos bis 2030 erzeugen.

Hersteller oder Händler - das ist hier die Frage?

Die Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung oder Huawei bieten eigene Reparaturservices an. Online finden wir z.T. Informationen zu Preisen und zum Serviceablauf. Die Stiftung Warentest hat kürzlich die Reparaturdienste der Hersteller mit Onlinediensten und stationären Reparaturdiensten wie die von Mediamarkt und Mister Mini verglichen. Die Test-Ergebnisse (für 1,50 Euro downloadbar) waren recht niederschmetternd. Wörtlich heißt es: "Überwiegend war die Reparaturrealität recht durchwachsen egal ob Hersteller, Vor-Ort-Werkstatt oder Onlinedienst. In welchem Zustand das Handy zurückkommt, ist oft Glückssache“. Am Besten schnitt im Test der Onlinedienst My Phone Repair ab. Ebenfalls positiv fiel das Urteil der Tester für die Reparatur bei Samsung selbst aus.

Von langen Wartezeiten und teuren Arbeiten

Die Reparaturkosten waren im Test meist sehr hoch. Unter 200 Euro ging im Durchschnitt nichts. Vereinzelt waren die Reparaturkosten so hoch wie der Neupreis des Smartphones oder sie überstiegen den Preis sogar. Darüberhinaus brauchten die Reparaturdienste teils viel Zeit für die Reparatur. Die „schwarzen Schafe“ des Tests benötigten ganze 27 bzw. 34 Tage für die Reparatur. Ein weiteres Problem waren im Test die Ersatzteile. Mehrere Vor-Ort-Werkstätten konnten z.B. keine Kopfhörerbuchse des iPhones besorgen und gaben die Geräte dann einfach unrepariert zurück.

Alternative Repaircafé

Das Smartphone reparieren lassen und dabei gemütlich einen Kaffee schlürfen, das ist die Idee von Repaircafés. Dabei treffen sich die Verbraucher mit ihren defekten Geräten an fixierten Terminen mit versierten Hobbyhandwerkern. Diese reparieren meist auf ehrenamtlicher Basis die Geräte, Kosten fallen nur für eventuelle Ersatzteile an. Die Idee für Einrichtungen dieser Art entstand 2009 in den Niederlanden und hat seither viele Nachahmer in Europa gefunden. Rund 750 Repaircafés soll es mittlerweile in Deutschland geben. Termine und Orte finden sich auf den Internetseiten www.reparatur-initiativen.de und www.repaircafe.org. Dort finden sich auch Angaben über die Geräte, die repariert werden. Allerdings braucht es häufig eine gute Portion Geduld, weil der Andrang hoch ist. Die Erfolgsquote bewertete die Stiftung Warentest bei einem punktuellen Test mit gut (Test von 2016), eine Haftung bei der Reparatur gibt es nicht.

Und wer es (mutig) selbst probieren möchte, dem hilft vielleicht die preisgekrönte Website kaputt.de - dort sind Reparaturanleitungen der gängigsten Smartphones zu finden.


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