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Leslie Runde
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Netzklick

Fotobücher im Test

Frauen machen Selfie

3. August 2020

  • Bei einem Fotobücher-Test der Stiftung Warentest landeten Fotos bei den falschen Kunden.
  • Zwei Drittel der Anbieter überzeugten mit guter Bild-Qualität.
  • Insgesamt veränderten besonders Sicherheitslücken das Gesamtergebnis.

Digitale Urlaubserinnerung

Erstmalig über neun Millionen Fotobücher sollen in diesem Jahr verkauft werden. Allerdings fußt diese Prognose noch auf den Entwicklungen ohne Corona. Doch auch wenn wir 2020 wohl häufiger Urlaub in Deutschland, in unserer näheren Umgebung oder auch auf Balkonien machen, sind es doch gerade diese besonderen Umstände wert, sie in einem Fotobuch festzuhalten. Die Stiftung Warentest hat nun zwölf Fotobuchanbieter für uns Verbraucher getestet.

Unsere privaten Fotos beim Anbieter schlecht gesichert

Wenn wir ein Fotobuch produzieren, müssen wir unsere Lieblingsfotos auf den Server des Anbieters hochladen. Dort sollten sie natürlich bestmöglich geschützt lagern. Doch genau das war das Problem im Test: Zum einen wurden die Fotos nur unzureichend per Passwort geschützt  - bei drei Anbietern reichte sogar nur ein einzelnes Zeichen als Passwort. „Hacker knacken so etwas in Sekunden,“ warnt die Stiftung Warentest bei dieser Beobachtung und weist auf den Standard des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik hin: Passwörter sollten eine Mindestlänge von acht Zeichen besitzen. Zum anderen fehlte bei allen Anbietern ein Schutz gegen potentielle Angreifer. Sie hätten sich problemlos mehrfach anmelden können, um so mögliche Passwörter auszuprobieren. Die Kombination dieser Defizite führte im Test bei acht Anbietern zu einem Mangelhaft in Bezug auf die Sicherheit persönlicher Daten.

Schnelle Verbesserung der Anbieter

Die Stiftung Warentest informierte die Anbieter schon vor der Veröffentlichung des Tests über die entdeckten Sicherheitslücken. Positive Folge: Bis auf Tchibo und Myposter setzen alle Anbieter die Forderung nach mindestens 8-stelligen Passwörtern schon bis zum Redaktionsschluss des Tests direkt um und sorgten damit für eine bessere Sicherung der Fotos ihrer Kunden. Zudem automatisierte ein Anbieter seinen Versandprozess. Damit sollten zukünftig Pannen verhindert werden, bei denen in zwei Testbüchern tatsächlich die Fotos anderer Kunden aufgetaucht waren.

Gute Bilder, einfache Bearbeitung

Wenn wir die (z.T. behobenen) Sicherheitsmängel ausklammern, überzeugten sechs Anbieter durch eine gute Bildqualität. Nur zweimal enttäuschten die gelieferten Bilder – bei Myposter wurden im Standard-Testbuch Fotos mit Streifen und Farbstichen gedruckt, die Bilder im Premium-Textbuch von Poster XXL waren „häufig flau und zu dunkel“, so das Ergebnis der Stiftung Warentest. In Bezug auf die Angebotsvielfalt – Formate, Papieroptionen, Covermaterialien – überzeugten eher die teureren Anbieter wie Cewe, Fotoinsight und Pixum.

Sieg für die preiswerten Anbieter

Den Gesamtsieg im Test konnte sich das Angebot Lidl/Picanova sichern, dicht gefolgt von Aldi Foto und Rossmann Fotowelt. Ebenfalls ganz vorne dabei das Angebot Saal Digital Fotoservice, das sich aber preislich von den Angeboten der Discounter abhebt. Diese bieten ihre Fotobücher in der Standard-Variante ab rund 15 Euro an bei 24 Seiten. Die ebenfalls bei der Bildqualität überzeugenden und zunächst aber mit Sicherheitsmängeln abgewerteten Angebote von Cewe, Fotoinsight und Pixum starten bei rund 27 Euro bei 24 bzw. 26 Seiten. Der gesamte Test kann gegen eine Gebühr von 2,50 Euro herunter geladen werden.

Drei Tipps für die Gestaltung

Der große Vorteil für das Produzieren unseres Urlaubsfotobuchs 2020: Unsere Geschichte und die Bilder-Reihenfolge ergibt sich meist chronologisch aus unseren Ferienwochen. So können wir uns schnell auf die (schwere) Bilderauswahl konzentrieren - dabei gilt häufig:

  1. Weniger ist mehr - ein schöner Sonnenuntergang reicht, auch wenn wir jeden Abend verzückt waren und zahllose, tolle Sonnenuntergangsfotos geschossen haben.
  2. Bei der Seitengestaltung sollten wir wechseln zwischen ganzseitigen Motiven (das kann ein Panorama sein, aber auch mal eine Detailaufnahme) und Seiten mit mehreren Bildern. Bei letzteren helfen Hilfslinien, um auch eine Seite mit vielen Motiven gut wirken zu lassen.
  3. Bei Text und Rahmen können wir über eine an unsere Fotos angelehnte Farbgebung die Bildwirkung verstärken.

Mehr Tipps finden wir aber häufig auch in den Tutorials der Fotobuchanbieter.


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