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Regisseur Oleg Senzow will sich für Gefangene einsetzen

Mehrere Jahre saß Oleg Senzow in russischer Haft, erst vor kurzem kam er bei einem Gefangenenaustausch frei.

Nach Freilassung

Berlin (dpa) - Nach seiner Freilassung will sich der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow weiter für andere Gefangene in Russland einsetzen.

Er wolle kämpfen für inhaftierte Ukrainer, sagte Senzow der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochabend in Berlin, wo er das Human Rights Film Festival besuchte. «Und ich werde meine Filme machen. Und ich werde leben.»

Senzow war vor fünf Jahren nach der russischen Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim festgenommen worden. 2015 wurde er in einem umstrittenen Prozess in Russland zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt - wegen angeblich geplanter Terroranschläge.

Während der Gefangenschaft trat er mehrere Monate in einen Hungerstreik. Vor Kurzem kam Senzow bei einem Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine frei. International hatten sich Filmemacher für seine Freilassung stark gemacht, auch bei der Berlinale gab es Solidaritätsaktionen.

Er sei froh, nun in Freiheit zu sein, sagte Senzow. Er bedankte sich bei seinen Unterstützern - auch bei dem Regisseur Askold Kurow, der über ihn den Film «The Trial» gedreht hatte. Kurow wurde am Mittwochabend für seinen neuen Dokumentarfilm «Novaya» ausgezeichnet.

Der Film handelt von der regierungskritischen russischen Zeitung «Nowaja Gaseta». Kurow erhielt dafür den mit 3000 Euro dotierten Willy-Brandt-Dokumentarfilmpreis für Freiheit und Menschenrechte. Freiheit sei nichts, was man für immer habe, sagte Kurow. Vielmehr müsse man Freiheit «jeden Tag» verteidigen. Er hoffe, dass die Geschichte der «Nowaja Gaseta» die Menschen dazu inspirieren könne.

Das Human Rights Film Festival fand zum zweiten Mal in Berlin statt. Es wurde von den Organisationen Aktion gegen den Hunger, Save the Children und dem Norwegian Refugee Council veranstaltet. Vergeben wurden mehrere Preise, unter anderem für Kurzfilme.