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Großer Auftritt für kleine Hunde - Mopstreffen in Berlin

«Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos», hieß es von Loriot. Jetzt treffen sich wieder Fans der kleinen Hunde mit ihren Vierbeinern in Berlin.

Um die Wurst

Berlin (dpa) - Sie heißen Emma, Bobby, Pluto, Whisky oder Elvis und fahren nach Berlin. Zum dortigen Mopstreffen am 31. August sind rund 240 der kleinen Hunde aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz angemeldet, wie Organisator Thomas Zupan ziemlich stolz auflistet. Er ist sich sicher, dass das Mopsrennen wieder Höhepunkt des tierischen Events wird.

Wie bei einem Marathon gibt es für die 50-Meter-Strecke Startnummern, elektronische Zeitmessung, Zielfotos und einen Arzt in Bereitschaft. Mehr als 80 Möpse werden nacheinander an den Start gehen. Und nicht nur die Sieger bekommen Preise. Gewürdigt werden soll auch der Langsamste.

Dieses Jahr zeigt sich der 61-Jährige wehmütig: «Das zehnte Treffen ist das letzte, das ich organisiere. Danach ist Schluss.» Zu viel Stress, zu viel Aufwand, meint der gelernte Industriekaufmann. Nicht nur in Berlin treffen sich Freunde und Halter des Mopses. Auch in Süddeutschland gibt es solche Zusammenkünfte.

Zupan managt seit Jahren als «Hausmann und Tierpfleger» - so die Selbstauskunft - die Mopstruppe seiner Familie mit derzeit elf Tieren in Berlin-Lichtenrade. Das reiche von der Bananen-Mahlzeit übers Striegeln und Welpen-Betreuung bis zum Fleischeinkauf. «Das ist ein 24-Stunden-Job.»

Am Mops mit den kurzen Beinen und der flachen Nase scheiden sich die Geister. Die einen finden ihn liebenswert, familientauglich und possierlich. Zupan - im T-Shirt mit einem Abbild seiner Lieblinge - meint: «Der Mops ist der Clown unter den Hunden, der bringt Sie mindestens einmal am Tag zum Lachen.» Prominenter Mops-Fan war der Humorist Loriot (1923-2011). Von ihm stammt der augenzwinkernde Satz: «Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.» Zupan und seine Frau kamen durch Loriot auf den Mops, ist zu hören.

Auf der anderen Seite machen Tierschützer auf Qualzuchten aufmerksam. Die Nasen der Tiere seien so platt, dass sie schlecht atmen könnten. Berlins Tierschutzbeauftragte Diana Plange sagt der Deutschen Presse-Agentur, die Rasse habe durch gedrungenen Körperbau mit kurzen Schädeln oft Gesundheitsprobleme. Verengte Nasenlöcher sowie Missbildungen an Kehlkopf und Luftröhre führten sogar zu Ohnmachtsanfällen.

Spaßveranstaltungen wie ein Mopsrennen müssten von einem Tierarzt beaufsichtigt werden, so Plange. «Auch bei nicht extremem Wetter sind die körperliche Fitness und das Leistungsvermögen speziell bei Möpsen nicht selten weniger gut als von den Besitzern eingeschätzt», lässt die Tierärztin wissen.

Zupan räumt ein, dass es Züchtungen gegen das Tierwohl gebe. «Wir haben aber gezeigt, dass es gesunde Möpse gibt, die 50 Meter in 6 Sekunden laufen können», sagt er zu seinem Anliegen, das Mops-Image zu verbessern. Er gehöre zu denjenigen, die hervorstehende Nasen wieder heranzüchteten. «Der Mops muss atmen können.» Für das genehmigte Rennen gebe es Auflagen des Veterinäramtes. Zupan zeigt amtliche Schreiben. So müssten die Tiere geimpft sein und einen Mikrochip haben.

Mopshündin Emma, in Berlin dreimalige Gewinnerin der vergangenen Jahre, werde wohl nicht an den Start gehen, lässt der Organisator wissen. Ihr gehe es gesundheitlich nicht so gut. 2018 hatte sie in 5,866 Sekunden über 50 Meter die Konkurrenz hinter sich gelassen und einen Pokal bekommen. Für Zupan war die Altdeutsche Mopshündin der «Usain Bolt der Möpse».

Nach Angaben des Vereins Deutscher Mopsclub stammt die Rasse mit dem faltigen Gesicht aus China, Belege dafür gebe es seit dem 9. Jahrhundert. Wie der Mops nach Europa kam, sei nicht geklärt. Nachgewiesen sei er hier seit Beginn des 15. Jahrhunderts. Der Hund sei ein Luxusgeschöpf an Fürstenhöfen gewesen, im 18. Jahrhundert habe es einen regelrechten Mopskult gegeben. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts sei die Rasse fast verschwunden gewesen.

Wie viele der rund 106.000 in Berlin registrierten Hunde (Ende 2017) Möpse sind, ist nicht bekannt. Er wisse aber, dass sie keine «Fressbremse» haben, sagt Zupan. Da müsse er portionieren - wegen der sportlichen Figur. Der 61-Jährige mit dem Lebensmotto «Ich liebe meine Hunde, ich liebe meine Frau» ist überzeugt: «Der Mops wird nicht aussterben.»