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Philipp Fleiter
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Keller-Start und Watzke-Wirbel: Das ist los bei DFB und DFL

Bei der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga und der Sitzung der DFB-Amateurverbände werden in der Fußball-Führungselite wichtige Weichen gestellt.

Fußball-Politik in Berlin

Berlin (dpa) - Im Herzen von Berlin klären der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga heute wichtige Personalien.

Während Fritz Keller als DFB-Präsidentschaftskandidat punkten will, zeichnet sich bei der Generalversammlung der Profi-Clubs eine Verschiebung der Machtverhältnisse zugunsten der kleineren Clubs ab.

KELLER-PRÄSENTATION: Im Herzen des politischen Berlins startet Fritz Keller seine Charme- und Vorstellungsoffensive als Kandidat für den DFB-Präsidentschaftsposten. Schräg gegenüber der CDU-Zentrale stellt sich der Präsident des SC Freiburg in einem Luxushotel zunächst den Vertretern der DFB-Regional- und -Landesverbände vor. Dieser Termin ist für den 62-Jährigen von immenser Bedeutung, gilt es doch, Zweifel der Amateurvertreter zu zerstreuen. Bislang gab es öffentliche Kritik an der Nominierung Kellers allerdings nur von Sachsens Fußball-Chef Hermann Winkler, der ganz bewusst noch keine Wahlzusage machen will.

Einfacher wird für Keller der zweite Termin gleich im Anschluss bei der Generalversammlung der DFL in einem Hotel unweit des Verteidigungsministeriums. Als Freiburger Club-Chef und Mitglied des DFL-Aufsichtsrats ist Keller in Profikreisen schon bestens vernetzt. Allerdings mehren sich die Stimmen, die den Top-Winzer und Spitzen-Gastronom entgegen bisheriger Pläne auch zu einer Kandidatur für die internationalen Posten bei FIFA und UEFA drängen wollen.

Nach Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann äußerte sich auch Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus entsprechend: «Wir brauchen einen Präsidenten, der bei der UEFA und bei der FIFA Einfluss hat. Wir vom DFB haben derzeit da gar niemanden sitzen, das ist eine Schande», sagte Matthäus.

Nach den Vorstellungsgesprächen hat Keller noch gut fünf Wochen Zeit bis zum Wahltermin. Am 27. September soll er beim DFB-Bundestag in Frankfurt zum Nachfolger des zurückgetretenen Reinhard Grindel gewählt werden.

WATZKE-WIRBEL: Die in der DFL organisierten Proficlubs vollziehen bei der Generalversammlung ihre Strukturreform und wählen unter anderem ein neues Präsidium. Erstes Opfer des anhaltenden Machtkampfes zwischen den Top-Clubs und den weniger finanzstarken Vereinen ist Borussia Dortmund. Der Vizemeister wird nach dem Ausscheiden von Club-Chef Reinhard Rauball aus dem Amt als Ligapräsident künftig nicht mehr in dem DFL-Führungsgremium vertreten sein.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke soll ein Vortreffen am Dienstag wütend verlassen haben. Seine Kandidatur für Präsidium und Aufsichtsrat hat er zurückgezogen. Der Grund: Die Front der Clubs aus der unteren Mittelklasse hatte deutlich gemacht, nicht Watzke und Bayern-Finanzchef Jan-Christian Dreeßen in das Gremium zu wählen. Da sich eine Mehrheit für Dreeßen abzeichnete, machte Watzke dem Vernehmen nach einen Rückzieher.

Neben Dreeßen soll Alexander Wehrle von 1. FC Köln den zweiten für die Erstligisten reservierten Platz im neunköpfigen DFL-Präsidium einnehmen. Da in Oliver Leki vom Keller-Club Freiburg und Oke Göttlich vom FC St. Pauli zwei weitere Vertreter kleinerer Clubs Einzug halten, könnten diese bei Themen wie die Verteilung von TV-Geldern künftig ihre Interessen deutlicher artikulieren.

RAUBALL-ABSCHIED: Nach zwölf Jahren als Ligapräsident scheidet Reinhard Rauball (72) aus dem Führungszirkel der DFL aus und wird zum Ehrenpräsidenten der Profi-Interessenvertretung ernannt. Einen Nachfolger im klassischen Sinne gibt es nicht. Statt eines Ligapräsidenten wird es nun einen Sprecher des Präsidiums geben. Diesen Job bekommt Christian Seifert, der das operative Geschäft ohnehin schon führt. Peter Peters von Schalke wird 1. Stellvertreter.