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Polizei in Hongkong setzt Tränengas gegen Demonstranten ein

Seit 17. Wochen wird in Hongkong gegen die Regierung der früheren britischen Kronkolonie demonstriert. Eine Lösung ist derweil nicht in Aussicht.

Proteste gehen weiter

Hongkong (dpa) - Bei neuen Protesten in Hongkong ist es zu Zwischenfällen gekommen.

Die Polizei ging mit Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten vor. An drei Orten der chinesischen Sonderverwaltungsregion waren Protestaktionen geplant, darunter ein «Marsch gegen Totalitarismus», der Teil einer weltweiten Kampagne ist, aber von der Polizei nicht genehmigt wurde.

Als sich trotzdem Teilnehmer im Einkaufsviertel Causeway Bay versammelten, war die Polizeipräsenz schon massiv. Auch wurden Passanten durchsucht.

Während es einzelne Festnahmen gab, warfen Demonstranten Wasserflaschen und andere Gegenstände auf die Beamten, die mit Tränengas und Pfefferspray antworteten. Tausende zogen anschließend weiter durch die Straßen. Bei einer «Einkaufstour» im Einkaufszentrum «Festival Walk» in Kowloon Tong gab es auch gezielte Aktionen gegen Geschäfte, die als pekingfreundlich gelten. Zudem wollten Mittelschüler in Tsuen Wan nahe der Grenze zu China demonstrieren.

Es ist das 17. Wochenende in Folge, an dem in der früheren britischen Kronkolonie gegen die Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking demonstriert wird. Die Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt, eine Amnestierung der mehr als 1500 bisher Festgenommenen, eine Rücknahme der Einstufung ihrer Proteste als «Aufruhr» sowie freie Wahlen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.