Porta-Klagen: Zwei Nachbarn als Streithähne

Radio Gütersloh-Kommentar vom 25. September 2011:
Während Porta in Gütersloh munter weiterbaut, wird vor Gericht gestritten. Die Städte Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld kämpfen gegen die Größe des geplanten Möbelmarktes. Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger ist enttäuscht darüber, dass Rheda-Wiedenbrück nun auch mit einem Normenkontrollverfahren gegen die Baugenehmigung für Porta vorgeht. Dazu der Kommentar der Woche von Helmut Delker:
Man sieht sich immer zweimal im Leben. Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück sind Nachbarn. Die beiden größten Städte im besten Kreis der Welt haben viele gemeinsame Interessen. Sie müssten eigentlich Partner sein. Stattdessen wird um Quadratmeter und das Sortiment eines Möbelhauses gestritten. Das ist traurig und wirft ein schlechtes Licht auf beide Streithähne. Wer mit seinem Nachbarn gut zusammen leben will, muss auch mal Kompromisse machen. Dass die beiden großen Aushängeschilder des Kreises Gütersloh nicht dazu in der Lage sind, ist armselig. Vor Gericht wird es später mal einen Sieger und einen Verlierer geben. Danach werden Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück aber weiter zusammen leben und sich in anderen Fragen einigen müssen. Doch das könnte in Zukunft schwieriger werden. Man sieht sich immer zweimal im Leben.
Berlin-Wahl: Piraten punkten mit FDP-Themen

Radio Gütersloh-Kommentar vom 19. September 2011:
Die Piraten erobern Berlin, Klaus Wowereit bleibt Bürgermeister und die FDP versinkt in der Bedeutungslosigkeit. Das ist kurz zusammengefasst die Berlin Wahl vom Wochenende. Mario Alexander Unger kommentiert…
Wahlgewinner Wowereit? Nicht wirklich. Gut, er hat die meisten Stimmen und bleibt Bürgermeister, aber die echten Wahlgewinner sind die Piraten und vielleicht noch die Grünen. Die Piraten haben es erstmals in ein Landesparlament geschafft. Mit einem so guten Ergebnis von 9 Prozent haben sie selbst nicht gerechnet. Plötzlich brauchen sie 15 Kandidaten – so viele hatten sie gar nicht aufgestellt.
Aber auch die Grünen dürfen sich ein bisschen als Gewinner fühlen, sie haben so gut abgeschnitten wie nie zuvor in Berlin und könnten Koalitionspartner der SPD werden. Auch wenn es für Renate Künast als Bürgermeisterin nicht gereicht hat.
Die FDP hat mit dem Erfolg der Piraten quasi Schiffbruch erlitten. Bundesweit liegt die FDP in Trümmern und muss um jedes Parlament zittern. Vermutlich liegt das daran, dass die FDP zentrale Themen der Piratenpartei einfach verschlafen hat. Das sind mitunter ganz klassische liberale Politikfelder, wie das Recht zur Privatkopie, die Ablehnung von Patenten auf Gene, Lebewesen und Software oder mehr Transparenz in allen möglichen Bereichen.
Eventuell ist die Berlinwahl ein Trendbarometer, in welche Richtung es demnächst gehen könnte. Allerdings darf man nicht vergessen, dass Berliner gerne mal etwas revolutionärer wählen als der Rest Deutschlands. Von einer Sechs Parteien Demokratie sind wir noch weit entfernt, vor allem weil die FDP dann schlapp macht.















