Euro: Die Stunde der Wahrheit für Angela Merkel

Radio Gütersloh-Kommentar vom 30. Oktober 2011:

Der Euro ist gerettet. Das heißt: Vielleicht ist er gerettet. Griechenland bekommt die Hälfte seiner Schulden erlassen. Die Banken müssen auf Geld verzichten und gleichzeitig milliardenschwere Rücklagen bilden. Nach dem EU-Gipfel diese Woche hat die Welt erstmal aufgeatmet. Ist das das Werk der Kanzlerin? Der Radio Gütersloh-Kommentar von Helmut Delker:

Es gibt Momente, da entscheidet sich eine Kanzlerschaft. Helmut Schmidt ließ die von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine Landshut stürmen. Wäre das schief gegangen, wäre er am nächsten Tag zurückgetreten. Helmut Kohl nutzte den Fall der Berliner Mauer zur Wiedervereinigung. Gerhard Schröder brachte die Agenda 2010 auf den Weg und bezahlte das am Ende mit seiner Kanzlerschaft.

Jetzt ist die Stunde der Wahrheit für Angela Merkel gekommen. Ihre Kanzlerschaft ist mit dem Euro verbunden – wenn er gerettet wird und auch wenn er untergeht. Die Beschlüsse von dieser Woche gehen in die richtige Richtung. Sie sind aber erst der Anfang eines langen Weges mit weiteren Sparrunden und Rettungspaketen. Entscheidend wird dabei die Frage sein, ob die Politiker die Kraft für unbequeme Entscheidungen haben – nicht nur in Griechenland und Italien, sondern auch in Deutschland. Angela Merkel hat noch viel zu tun.


Lybien: große Chance erarbeitet

Der Radio Gütersloh Kommentar vom 23. Oktober 2011:

Libyens Diktator Muammar al Gaddafi ist diese Woche getötet worden. Damit steht der freien Entwicklung Libyens nichts mehr im Wege. Der Kommentar der Woche von Mario Alexander Unger:

Die Rebellen haben Gaddafi zur Strecke gebracht und damit ein dunkles Kapitel der eigenen Geschichte endgültig geschlossen. Sicher hätte man ihn aus westlicher Sicht gerne vor einem Gericht gesehen, sei es in Libyen, sei es in den Haag. Viel wichtiger scheint mir aber, dass die stolzen Libyer es selbst waren, die ihn am Ende geschnappt haben – schließlich haben sie sich schon bei der Befreiung der Hauptstadt Tripolis von der Nato helfen lassen.

Jetzt scheint der Weg für ein freieres und demokratischeres Libyen geebnet. Allerdings sind die alten Gräben zwischen den Gaddafitreuen Anhängern und den Rebellen noch längst nicht geschlossen. Hier gilt es angesichts des tiefen Hasses, den man in den vergangenen Monaten beobachten konnte, noch viel Friedensarbeit zu leisten. Libyen hat sich eine große Chance erarbeitet, die es aber auch schnell wieder verspielen könnte.

Hörenswert war das Statement von US Präsident Barack Obama. Der betont, dass eigentlich jede Diktatur so enden müsse. Diese Worte sollten sich die verbleibenden Diktatoren wie Baschar al-Assad in Syrien oder Kim Jong-Il in Nordkorea mal zu Herzen nehmen.


Autobahn 33: Schnelle Entscheidung nötig

Radio Gütersloh-Kommentar vom 16. Oktober 2011:

Die Umweltschützer klagen gegen den Weiterbau der Autobahn 33. Für das letzte Teilstück zwischen Halle und Borgholzhausen gibt es ihrer Ansicht nach zu wenig Ausgleichsflächen. Der Kommentar der Woche von Matthias Traeger:

Wie lange streiten sich die unterschiedlichen Seiten denn noch über den A33 Lückenschluss? Rund 40 Jahre sind es schon. In dieser Zeit stellten Experten zig Trassenlösungen für den Bereich Halle/Borgholzhausen vor, Umweltschützer protestierten – manchmal auch zurecht und manchmal auch wegen einer Bechsteinfledermaus, neue Trassenvarianten wurden ausgearbeitet und immer wieder wechselten die Regierungen. Mit der so genannten Konsenstrasse dann endlich die Lösung – Planer und Umweltverbände schienen sich einig zu sein. Doch ein neues Berechnungsverfahren der schwarz gelben Vorgängerregierung in NRW sieht weniger Ausgleichsflächen vor – der Streit flammte wieder auf und auch mit der neuen Landesregierung gibt es aus Sicht der Umweltschützer keine Einigung – deshalb die Klage.

Umweltschutz ist wichtig – keine Frage. Wir dürfen unsere Natur nicht zubetonieren, müssen Ausgleichsflächen schaffen. Doch irgendwann ist das Maß voll – besonders für die Menschen in Halle und Borgholzhausen. Die B68 quillt über. Durch die Haller Ortsdurchfahrt zwängen sich täglich 14.000 Fahrzeuge, davon 1.500 Lastwagen, die Anwohner fragen sich zurecht, wie lange sie das noch ertragen sollen. Große und kleine Unternehmen warten ebenfalls dringend auf den A33 Lückenschluss, auf die bessere Verkehrsanbindung zwischen Bielefeld und Osnabrück – sie wollen sich und auch den Kreis Gütersloh weiter entwickeln.

Hoffentlich entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig jetzt schnell darüber, wie es weiter geht. Damit es schell eine Lösung gibt. Damit die unterschiedlichen Seiten endlich damit aufhören, sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen und hoffentlich ist dann auch noch genug Geld in den Landes- und Bundeskassen, um die A33-Lücke Halle-Borgholzhausen zu schließen, damit wir uns nicht auch in zehn Jahren noch fragen müssen: Wie lange dauert es denn noch mit der A33!


Bertelsmann-Wechsel: Musiker löst Arbeiter ab

Radio Gütersloh-Kommentar vom 11. Oktober 2011:

Und wieder ein neuer Vorstand beim Bertelsmann Konzern. Hartmut Ostrowski tritt ab, Thomas Rabe steht ab Januar am Ruder. Carsten Schoßmeier kommentiert.

Der Gütersloher Hartmut Ostrowski hatte kaum Zeit. Nach vier Jahren muss er gehen, wahrscheinlich weil der Aufsichtsrat einfach nicht erkennen konnte, wie Bertelsmann in den nächsten Jahren wieder zu der Größe gelangt, die man sich in Gütersloh so gerne wünscht. Denn der Konzern spielt von der Größe her nur noch im Mittelfeld der weltweiten Mediengiganten. Das ist zu wenig Glanz für Bertelsmann Verhältnisse. Der Arbeiter Ostrowski hat seinen Job erledigt, den Konzern durch die Krise geführt und unangenehme Dinge erledigt – wie zum Beispiel den Buchclub ausgemustert. Aber jetzt soll die Musik wieder in Gütersloh spielen und dafür braucht man einen kreativen. Thomas Rabe ist Musiker. Er soll jetzt der Virtuose sein, der den alten Glanz wieder nach Gütersloh bringt. Hoffentlich bringt er schnell verdammt gute Ideen mit, denn sonst wird es ein kurzes Gastspiel im Haifischbecken Konzernvorstand.


Solidaritätszahlungen: Kein Fass ohne Boden

Radio Gütersloh-Kommentar vom 9. Oktober 2011:

Das wird eine Menge Geld kosten – wahrscheinlich bis zu 30 Millionen Euro. Neun finanzstarke Städte und Gemeinden im Kreis Gütersloh müssen zahlen. Die rot-grüne Landesregierung hat Solidaritätszahlungen der reichen Kommunen beschlossen, mit denen klamme Kommunen in Nordrhein-Westfalen unterstützt werden sollen. Der Radio Gütersloh-Kommentar der Woche von Helmut Delker

Das Ganze erinnert an das Schuldendrama in Griechenland – nur im Kleinen. Es ist es richtig, wenn die Starken den Schwachen helfen. Solidarität gehört zu einer Gemeinschaft – ob in Europa oder in Nordrhein-Westfalen. Allerdings darf das Ganze nicht zum Fass ohne Boden werden. Die Griechen müssen sich selber helfen, auch wenn es weh tut. Und auch in Nordrhein-Westfalen muss die Schuldenmacherei ein Ende haben. Eine Reform der Gemeindefinanzierung ist überfällig. Solidarität ist richtig, aber es kann nicht sein, dass bestraft wird, wer sein Geld zusammenhält. Wahrscheinlich bis 30 Millionen Euro sollen die Städte im Kreis Gütersloh abgeben – das ist zuviel des Guten. Rot-Grün in Düsseldorf muss daran schnellstens etwas ändern. Schließlich muss das Geld auch im Kreis Gütersloh hart erarbeitet werden.


Neues Gartencenter: schärferer Wettbewerb

Der Radio Gütersloh Kommentar vom 01.Oktober 2011

In Gütersloh gibt es ein neues Gartencenter – Brockmeyer auf dem Porta Gelände. Ein Kommentar dazu von Mario Alexander Unger

Am Mittwochmorgen hat das neue Gartencenter Brockmeyer in Gütersloh eröffnet. Die Frage, ob Gütersloh ein neues Gartencenter mit 20.000 Quadratmetern braucht ist hinfällig, wir haben es bereits bekommen. Gartenbesitzer dürfen sich freuen: Es gibt mehr Auswahl, mehr Konkurrenz und dadurch sicher auch bessere Preise.

Selbst wenn man gar nicht zu Brockmeyer geht, kommt man in den Genuss der Vorteile. So hat der direkte Konkurrent, das Gartencenter Hesse, bereits im Vorfeld eine Rabattaktion gestartet, um noch möglichst viele Kunden mit Pflanzen zu versorgen. Hart könnte der Wettbewerb dagegen kleine Gärtnereien treffen, die nicht mal eben die Preise senken können ohne in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Auch die Gartenabteilungen in den diversen Baumärkten dürfen sich auf knackige Konkurrenz einstellen. Denn Brockmeyer ist in den vergangenen Jahren oft zu einem der besten Gartencenter Deutschlands gewählt worden. Entscheidende Kriterien waren unter anderem Service und Angebotsvielfalt.

Es könnte aber auch passieren, dass Brockmeyer selbst den Markt in Gütersloh überschätzt hat und sich in dieser Größe nicht halten kann. Eine Antwort im Vorfeld zu geben, wer am Ende leiden wird scheint fast unmöglich. Sicher ist nur: Ein neuer Riese, der unter den Pflanzenanbietern in Gütersloh sitzt, wird nicht spurlos an der Branche vorbeigehen.

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Wetter im Kreis Gütersloh

Heute: Mittwoch, 23.5.2012

Vormittags sonnig mit ein paar Wolken, bis zum Abend sind Gewitter mö...

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