Kirche

„Augenblick Mal“- Gedanken zum Tag (kath.), 31.07.2010

 

Samstag, 31.07.10 Wege aus der Trauer

Ein Beitrag von Christa A. Thiel

Kerstin Lammer ist der Tipp, wenn es darum geht, Trauer zu verstehen. Wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und nah dran an den Menschen sind ihre Bücher eine Hilfe für Trauernde und Menschen, die diese begleiten. Die Trauerforscherin zeigt, wie es möglich wird, sich wieder im Leben zurechtzufinden. Gleichzeitig gibt sie Verhaltenstipps für das soziale Umfeld.

In ihrem Buch "Trauer verstehen"

http://www.nvg-medien.de/index.php?cat=110&bid=600.068&page=1&action=

hat Kerstin Lammer auf 120 Seiten die Ergebnisse neuerer internationaler Trauerforschung aufbereitet. In verständlicher Sprache beschreibt sie Formen der Trauer und Modelle, die helfen Trauer zu bewältigen. Ihre Erklärungen und Verhaltenshinweise unterstützt sie mit vielen Schaubildern und Beispielen aus der Praxis.

Das Buch ist in diesem Jahr in 3. Auflage beim Neukirchener Verlag erschienen und kostet 12.90 Euro.

 

 

"Himmel und Erde" – das Magazin der Kirchen

Themen und Infos zur Sendung vom 1. August 2010

 

Beitrag 1: Der Bonner "Kirchenpavillon" – Deutschlands älteste Citykirche

City- und Stadtkirchen sind ein relativ junges Arbeitsgebiet in der evangelischen Kirche. Die entsprechenden Ideen und Konzepte wurden in den 1980er Jahren aus England bzw, Holland nach Deutschland "importiert". Derzeit gibt es bundesweit etwa 100 Stadt- und Citykirchen, die sich in der "Konferenz der Citykirchen" zusammengeschlossen haben. Ein gemeinsames Hauptmerkmal dieser besonderen Art von Kirche ist, dass sie alle werktags geöffnet sind. Dies ermöglicht allen Einwohnern, Passanten, Touristen, wie Einkäufern die ganze Woche hindurch mitten in der Stadt einen Raum zu finden, in dem sie zur Ruhe, vielleicht auch zu sich selbst kommen können. Mit Ausstellungen, Konzerten, Events möchte die Stadt- bzw. City-Kirche eine in die ganze Stadt ausstrahlende Plattform schaffen für den Dialog unterschiedlicher Versuche zur Sinngebung des Lebens. Sie möchte auf diese Weise auch Themen zur Sprache bringen, die in unserer Gesellschaft keine Stimme haben. So erreicht Sie unter anderem auch diejenigen, denen ein "normales" Gemeindeleben in einer Ortsgemeinde fremd geworden ist. Mehr Infos unter www.citykirchen.de

Mit 30 Jahren ist der "Kirchenpavillon" in Bonn Deutschlands älteste Citykirche. Als Café wurde der Pavillon 1980 am Friedensplatz eröffnet und zog 1986 in die Budapester Straße um. Gäste aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen und -situationen, aus vielen verschiedenen Ländern kommen hierher, machen eine Pause, suchen das Gespräch oder einfach nur Ruhe. Sie finden Kirche, die gastfreundlich ist und Menschen, die sich Zeit nehmen und gesprächsbereit sind. Im Kirchenpavillon ist ein Büro der Kircheneintrittsstelle untergebracht, außerdem werden hier auch Produkte aus dem Fairen Handel angeboten.

Durch die vielen Informationen über kirchliche Veranstaltungen und die ausliegenden Gemeindebriefe aus Bonn und Umgebung erhalten die Besucher einen guten Überblick über das kirchliche Leben in der Stadt. Immer dienstags bietet der Kirchenpavillon von 11-13 Uhr eine Sozialberatung an. Hier bekommen Menschen konkrete Hilfe bei Problemen mit Ämtern und Bürokratie, Sorgen mit der Familie, der Wohnung, dem Arbeitsplatz. Mehr Infos und Bilder finden Sie unter www.kirchenpavillon.de

Eine eindrucksvolle Bestandsaufnahme der evangelischen Stadt- und Citykirchenarbeit liefert das Buch "Sehnsuchtsorte", herausgegeben vom Medienverband der Ev. Kirche im Rheinland. Es hat 216 Seiten, 75 teils doppelseitige Farbfotografien und kostet 34 Euro. Zu bestellen ist es unter www.medienverband.de

 

Beitrag 2: "Lichtblicke" hilft: Ferienspaß in Neuss-Weckhoven

 Schon seit 23 Jahren bietet der Kinder- und Jugendtreff des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) im Neusser Stadtteil Weckhoven während der Sommerferien einen "Ferienspaß" an. Das umfangreiche Programm läuft in den letzten drei Wochen der Ferien täglich von 10 bis 18 Uhr und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 16 Jahren. Viele dieser Kinder haben keine Möglichkeit, an anderen Freizeitangeboten teilzunehmen oder gar in Urlaub zu fahren. Sie kommen aus Familien, deren Situation geprägt ist von Arbeitslosigkeit, finanziellen Schwierigkeiten und anderen Problemen. Dementsprechend kann und will der Kinder- und Jugendtreff für sein "Ferienspaß"-Angebot keine Teilnehmerbeiträge einfordern. Damit das Programm dennoch in vollem Umfang angeboten werden kann, übernimmt die Aktion Lichtblicke einen großen Teil der Kosten für Bastelmaterial, Spiele, Dekorationsmaterial und Lebensmittel.

Nicht nur die pädagogische Leiterin des Treffs, Beata Anna Kus, und ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitstreiter freuen sich über die Spendenzusage, auch die Kinder fiebern ihrem "Ferienspaß" nun entgegen. Dazu sagt Beata Anna Kus: "Die fragen immer, was wird laufen, was kann ich machen, was werden wir erleben? Das ist schon eine ganz ganz wichtige Aktion für die Kinder, die fahren nirgendwo hin, die sind Zuhause die ganzen Ferien über und hier können sie andere Welten, Abenteuer erleben, das ist schon ganz ganz wichtig und wenn man die nachher fragt, wo wart ihr in Ferien, dann erzählen die ganz stolz „Wir waren im Treff in Ferien“.

Mehr Infos über den "Treff" finden Sie hier sowie auf der Homepage der Einrichtung unter www.der-treff-weckhoven.de/ . Mehr über die Aktion "Lichtblicke" von Caritas, Diakonie und den NRW-Lokalradios erfahren Sie unter www.lichtblicke.de

 

Beitrag 3: Pflegeheim gesucht – worauf Sie achten sollten

Alten- und Pflegeheime in Deutschland müssen sich seit 2008 einer Qualitätskontrolle unterziehen, die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) durchgeführt wird. Nach Erhebungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege besuchen bei diesen Qualitätskontrollen bis zu zehn Prüfer unangemeldet ein Heim. Die Begutachtung könne bis zu 20 Stunden dauern. Bundesweit wurden inzwischen rund 3.000 Heime begutachtet und in Form so genannter "Pflegenoten" auch bewertet. Vollständig werden alle Prüfergebnisse nach Angaben des MDK wahrscheinlich erst 2011 vorliegen.

Die "Pflegenoten" sollen eigentlich die Qualität und Leistungsfähigkeit der Heime transparent und untereinander vergleichbar machen. Vor allem für Familien, die für eine/n Angehörige/n auf der Suche nach einem Heimplatz sind, könnten die "Pflegenoten" eine wichtige Orientierungshilfe sein. Doch auch zwei Jahre nach ihrer Einführung sind die Noten umstritten. So werde etwa positiv vermerkt, wenn ein Heim über ein gesichertes Außengelände für altersverwirrte Menschen verfüge, sagt Ruth Galler, Qualitätsbeauftragte der Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft in Köln. Doch wenn ein Heim kein solches Gelände habe, bedeute das keine schlechtere Qualität. Bei vielen Häusern passe ein eingezäuntes Gelände gar nicht ins Konzept, weil sie orientierungslose Bewohner beispielsweise lieber zu Spaziergängen begleiteten.

Ein Hauptkritikpunkt an den Begutachtungen ist das Zustandekommen der Noten. So können auch Heime, die in wichtigen Einzelbereichen der Pflege schlecht abschneiden, dennoch gute Gesamtnoten erhalten. Da kann etwa schlechte Pflege durch gute Raumgestaltung oder ein gesundes Essensangebot ausgeglichen werden. Auch die Prüfer sehen dieses Problem. "Hier muss sich etwas ändern“, sagt Jürgen Brüggemann vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen. Er schlägt vor, dass schlechte Noten in für die Pflege entscheidenden Bereichen auch zu Abzügen bei der Gesamtnote führen sollten.

Viele Träger von Pflegeeinrichtungen wären aber allein damit noch nicht zufrieden. Ihrer Meinung nach wird die wirkliche Qualität der Pflege bei den Prüfungen oft gar nicht nachgehalten. In den Pflegenoten spiegele sich, wie gut die Pflege dokumentiert werde, aber nicht, wie gut die Menschen tatsächlich versorgt würden, bemängelt der Geschäftsbereichsleiter Pflege der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Ulrich Christofczik.

Wer bei der häuslichen Pflege von Angehörigen Unterstützung oder Entlastung braucht, kann auf die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes zurückgreifen. Ulrich Christofczik empfiehlt: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Pflegedienste in der Region, nehmen Sie persönlichen Kontakt zur Pflegedienstleitung auf und vereinbaren Sie einen Beratungstermin zu Hause. Lassen Sie sich dabei alle Kosten und Leistungen offen legen und fragen Sie nach der Fachkrafftquote: mit wie vielen ausgebildeten Pflegekräften arbeitet der Dienst ? Holen Sie auf diese Weise Angebote von mindestens drei Anbietern ein, um vergleichen zu können. Falls Sie trotzdem unsicher sind: neutrale Pflegeberatungen ("Pflegestützpunkte"), die es in vielen Städten und Gemeinden gibt, helfen bei der Entscheidungsfindung

Auch für die Auswahl des richtigen Pflegeheimes gilt: trotz Pflegenote oder Internetpräsenz - die wirkliche Entscheidung findet vor Ort statt. Einfach mal unangemeldet in die Einrichtung gehen und sich ein eigenes Bild machen: Herrscht Leben im Foyer des Hauses, sitzen dort Menschen oder ist es eine sterile Atmosphäre? Dann durchaus auch einmal in die Wohnbereiche gehen, machen sie einen gepflegten Eindruck? Sind die Mitarbeiter freundlich, grüßen sie an der Stelle? Sprechen Sie auch ausführlich mit den Verantwortlichen; Heimleitung, Pflegedienst­leitung. Und am Ende muss ein Bauchgefühl entscheiden, kann man "Ja" zu der Einrichtung sagen.

 

 

Kontakt / Fragen zu "Himmel und Erde" bitte an :

Evangelische Kirche im Privatfunk NRW

Redaktion PEP - Düsseldorf (0211) 43690 - 525

E-mail an: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de

 

 

 

 


„Augenblick mal !“ - Gedanken zum Tag, 2. bis 7. August 2010

täglich zwischen 6.00 und 9.00 Uhr

 

 

Montag, den 02.08.10: Ein besonderer Moment

Ein Beitrag von Elisabeth Pakull

Das neue Kindergartenjahr beginnt am 1. August. Gut 30 Jahre ist es her, da gab es nur wenige evangelische Kindergärten, die Erzieherinnen hießen Kindergärtnerinnen, trugen zum Teil Schürzen, wurden häufig mit "Tante" angeredet und evangelisch bedeutete: Morgen- und Tischgebet, fromme Lieder, und regelmäßig eine biblische Geschichte erzählen.

Der Bildungsauftrag des Kindergartens, die gesellschaftlichen Veränderungen und Erwartungen von Eltern an die religiöse Erziehung haben die religionspädagogische Arbeit und das Selbstverständnis des Evangelischen Kindergartens verändert. Viele Eltern erhoffen sich heute vom Evangelischen Kindergarten eine religiöse Erziehung, zu der sie sich vielfach selber nicht in der Lage sehen. Dazu gehört auch, dass in einem evangelischen Kindergarten die Grundsätze eines christlichen Menschenbildes gelebt werden. Für die Arbeit mit Kindern bedeutet das:

  • Jedes Kind ist ein vollwertiger Mensch.
  • Der Mensch durchläuft verschiedene Lebensphasen. Kinder sind vollwertige Menschen in der Lebensphase der Kindheit. So wie alte Menschen es in ihrer Lebensphase sind.
  • Kinder wollen mit ihren Äußerungen ernst genommen werden. Erwachsene sollten sehen, was das einzelne Kind kann, welche Begabungen und Fähigkeiten es entwickelt, und nicht nur das, was es noch nicht kann. Erwachsene sind ihnen nur an Lebensjahren und Erfahrungen voraus. Das ermöglicht ihnen, sie zu begleiten, behutsam Hilfestellung zu leisten, aber nicht, sie zu dirigieren.

Als die Jünger miteinander stritten, wer der Größte sei, da hat Jesus ein Kind in die Mitte gestellt, hat es geherzt und gesagt: "Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf."

Kinder sind vor Gott genauso wertvoll wie Erwachsene. Jesus hat damit den Vorstellungen seiner Zeit widersprochen. Denn nach diesen Vorstellungen, war erst der Erwachsene ein vollwertiger Mensch, weil er in der Lage ist, Gottes Wort zu verstehen und zu studieren. Einmal abgesehen von Gottes Wort ist solches Denken leider noch immer weit verbreitet.

Ausführliche Informationen darüber, was einen evangelischen Kindergarten ausmacht, finden Sie hier http://www.rpi-loccum.de/kuewas.html

 

Dienstag, den 03.08.10: Was der Notfallseelsorger kann!

Ein Beitrag von Hans Reiner Preuß

Notfallseelsorge ist "Erste Hilfe für die Seele". Sie wendet sich an Unfallopfer, an deren Angehörige oder leistet den Rettungsdiensten seelischen Beistand.

Die Kirchen sind die einzigen Organisationen, die flächendeckend über Mitarbeiter verfügen, die in Seelsorge und Gesprächsführung ausgebildet sind. Meist genießen sie das besondere Vertrauen der Bevölkerung. Dass sie unter Schweigepflicht stehen, ist oft für die Betroffenen wichtig. Bei einem Einsatz haben Notfallseelsorger keine anderen Aufgaben. Sie können sich ganz den jeweiligen Gesprächspartnern widmen. Sie verfügen über Rituale, die besonders in Krisensituationen hilfreich sein können, wie Krankensalbung, Abendmahl und Gebete.

Notfallseelsorger sind zwar nur für die Akutsituation da, aber sie können Verbindungen zur Klinikseelsorge, zu den Kirchengemeinden oder zu psychologischen Fachleuten anbahnen.

Eine Broschüre zur Geschichte und den Aufgaben der Notfallseelsorge finden Sie hier.

http://www.notfallseelsorge.de/Infos/info.pdf

 

Mittwoch, den 04.08.10: Der Optimierungswahn

Ein Beitrag von Bettina Förster

Klar, es lohnt sich zu fragen: Wie kann ich besser werden? Wie kann ich mich selbst optimieren? Das bringt einen nach vorn! Doch: Wo bleibt dann so etwas wie, einfach mal zufrieden sein?

Wenn alles ständig besser, höher, schneller, weiter werden muss, besteht die Gefahr einer verhängnisvollen Wenn-Dann-Beziehung: Erst wenn ich dies oder jenes erreicht habe, dann bin ich glücklich.

Deshalb der Tipp in "Augenblick mal!":

Fragen Sie sich: Was gefällt mir in meinem Leben – hier und heute?

 

Donnerstag, den 05.08.10: Das P-Konto

Ein Beitrag von Lothar Wand

Seit dem 1. Juli 2010 gibt es das P-Konto (Pfändungsschutzkonto). Es sichert einen monatlichen Mindestbetrag von 985,15 Euro. Gläubiger, denen Verbraucher noch Geld schulden, bekommen keinen Zugriff auf dieses Geld. Leitgedanke des Bundesjustizministeriums bei der Einführung des P-Kontos war es, dass Verbraucher heutzutage eine Bankverbindung zur Teilhabe am Wirtschaftsleben brauchen - etwa fürs Zahlen der Miete, der Stromrechnung, oder um Lohn oder Gehalt zu bekommen. Bislang wurde bei einer Pfändung ein Bankkonto vollständig blockiert, bis das zuständige Vollstreckungsgericht einen unpfändbares Guthaben festgelegt hatte.

Das Pfändungsschutzkonto schützt Monat für Monat nicht nur die bereits erwähnten 985,15 Euro, sondern daneben auch jenes geschützte Guthaben, das Schuldner im Vormonat nicht angetastet haben. Dadurch wird es Verbrauchern ermöglicht, Rücklagen zu bilden. Der Schutzbetrag erhöht sich bei Unterhaltspflichtigen für die erste Person um 370,76 Euro auf dann 1355,91 Euro. Für jede weitere Person gilt ein zusätzlicher Freibetrag von 206,56 Euro. Zusätzlich können Sozialleistungen sowie Kindergeld vor der Pfändung geschützt werden. Für die höheren Schutzbeträge müssen Schuldner Bescheinigungen etwa von der Schuldnerberatung der Diakonie oder der Caritas.

Hier

http://erziehungsberatung-caritas-essen.de/index.php?id=626&type=98#

gibt es eine Online-Beratung zu Fragen zum Produktion ab 14.30 Uhr-Konto.

Weiterführende Informationen sowie ein Infoblatt zum Thema P-Konto sind über die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle des Diakonischen Werkes Gießen erhältlich: 0641-9322816.

 

Freitag, den 06.08.10: Die Türkei – nur für den Urlaub gut?

Ein Beitrag von Michael Nitzke

Die Türkei ist für Deutsche ein beliebtes Urlaubsland. Ganz anders die Stimmung, wenn es darum geht, ob die Türkei Mitglied in der Europäischen Union wird. Manche befürchten sogar eine Überfremdung des Christentums durch den Islam. Für Ex-Außenminister Joschka Fischer ist das Ganze aber auch eine Frage der Sicherheit. In einem Vortrag Ende Juni in Düsseldorf legte er dar, mit d em Thema "Sicherheit" sei dabei essentiell in Europa auch das Thema "Nachbarschaft" verbunden: "Europa muss für Sicherheit und Stabilität in seiner Nachbarschaft sorgen!" Die Balkanstaaten draußen vor lassen, nicht in die EU integrieren? Das berge hochgradige Risiken, "das wäre töricht!" Ebenfalls: "Der Nahe und Mittlere Osten, - das ist unsere Nachbarschaftsregion." Das zentrale Bindeglied sei hier die Türkei.

"Wir würden die EU auf das Schwerste schädigen, wenn wir die Türkei entfremden und zurückstoßen. Die Frage, in welche Richtung die Türkei geht, ist eine eminente westliche Sicherheitsfrage." An der Zukunft der Türkei hänge auch die Modernisierung des Islam. Die zentralen Mächte der Region -Türkei, Russland, Iran - seien zwar seit Jahrhunderten Konkurrenten und Widersacher, eine Annäherung untereinander aber bei einer Abkehr der EU von der Türkei durchaus möglich. Deshalb sei er "für eine Politik gegenüber der Türkei, die auf Seriosität und Ehrlichkeit gründet und auf einer echten Partnerschaft".

Auf Partnerschaft setzt auch die Evangelische Kirche in Deutschland für den Dialog zwischen Christen und Muslimen. In der Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft"

http://www.ekd.de/islam/weitere_texte.html

heißt es:

"Gemeinsame Interessen fördern die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Zusammenarbeit stärkt wiederum Vertrauen."

Den gesamten Vortrag von Joschka Fischer können Sie hier nachlesen.

http://www.uni-duesseldorf.de/HHU/RS/Meldungen_Dokumente/Home/20100623_Manuskript_Heine_Gastprofessur_Fischer_01062010.pdf

 

Samstag, den 07.08.10: Wenn der Herr Pfarrer kämpft

Ein Beitrag von Peter Becker

Pfarrer sein und Kampfsport treiben sind für Christian Puschke keine Gegensätze. Er trainiert Taekwon-Do.

Das ist eine Kunst der Selbstverteidigung und bedeutet so viel wie "Der Weg des Fußes und der Hand".

Taekwon-Do ist Bewegung für Körper und Geist, vermittelt Respekt, Höflichkeit, Bescheidenheit und Selbstdisziplin, Fördert Koordination, Konzentration und Reaktion, aber auch Geduld und Ausdauer. Es gehe nicht darum, den Gegner zu treffen oder zu verletzen, so Pastor Puschke, sondern darum, bestimmte Techniken zu lernen und die würden alle vorm Gegner abgestoppt. Vor jeder gemeinsamen Übung verbeuge man sich voreinander, schaue sich in die Augen und bekunden so: Ich respektiere dich, ich möchte mit dir zusammen arbeiten.

auch die Kinder hätten Leitsprüche für ihr Training, die sie auch immer wieder aufsagen müssten.

Es gehe um Ausdauer, niemals aufgeben, Mut, Respekt und Achtung vor dem anderen.

In einer Predigt machte Christian Puschke einmal den "Bruchtest". Er zerschlug drei Bretter und demonstrierte der Gemeinde:

"Man kann so Bretter durchschlagen mit einer bestimmten Technik und man kann auch im Glauben Durchschlagskraft und Ausdauer gewinnen, wenn man da dran bleibt und auch eine bestimmte Technik hat."

 

 


Kontakt / Fragen zu "Augenblick mal" bitte an:

Evangelische Kirche im Privatfunk NRW

Redaktion PEP – Dortmund (0231) 33 91 04 (Homeoffice)

E-mail an: thiel@rundfunkreferat- nrw.de

 

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